Werder Bremen: Keke Topp erleidet Kreuzbandriss - Auswirkungen auf den Abstiegskampf
Schocknachricht für Werder Bremen: Keke Topp hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen. Diese schwere Verletzung wirft Fragen auf, wie der Verein auf die Situation reagieren wird und welche Auswirkungen sie auf den Abstiegskampf haben könnte.
Am Donnerstagvormittag sollte ein internes Testspiel gegen die U23 dazu dienen, dass die Spieler, die nicht zur Nationalmannschaft reisen, Spielpraxis sammeln. Aufgrund zahlreicher Verletzungen und Nationalspieler konnte kein Testspiel gegen einen externen Gegner stattfinden. Doch wie so oft in dieser Saison kam es für Werder anders als geplant: Keke Topp verletzte sich schwer. Der 22-Jährige musste nach einem unglücklichen Zweikampf mit U23-Verteidiger David Igboanugo mit einem Golfcart vom Platz gebracht werden. Am Nachmittag kam die niederschmetternde Nachricht: Topp hat sich das vordere Kreuzband im linken Knie gerissen. Damit ist seine Saison vorzeitig beendet, und er wird voraussichtlich mehrere Monate ausfallen, was bedeutet, dass er auch die gesamte Vorbereitung auf die nächste Saison verpassen wird.
„Die Verletzung tut mir für Keke total leid. Wir werden ihn auf seinem langen Weg zurück bestmöglich unterstützen“, äußerte sich Peter Niemeyer, der Leiter Profifußball bei Werder, gegenüber der DeichStube. Diese Verletzung ist nicht nur ein Rückschlag für Topp, sondern auch für Werder Bremen, das sich in einer angespannten Phase des Saisonendspurts im Abstiegskampf befindet. Beim letzten Sieg gegen Wolfsburg musste Cheftrainer Daniel Thioune bereits auf zehn Spieler verzichten, und auch Julian Malatini (Syndesmosebandriss) sowie Ersatzkeeper Karl Hein (Daumenverletzung) fallen bis zum Saisonende aus. „Sein Ausfall ist auch für uns ein herber Rückschlag“, betont Niemeyer und fügt hinzu: „Es ist wieder eine Option weniger, die wir nun im Kollektiv auffangen müssen.“
Obwohl in der kommenden Woche möglicherweise Senne Lynen und Amos Pieper zum Team zurückkehren, ist die Personalsituation bei Werder Bremen angespannt. Die Länderspielpause sollte ursprünglich genutzt werden, um Leistungsträger wieder ins Teamtraining zu integrieren, stattdessen muss der Verein nun den nächsten langfristigen Ausfall verkraften. Zudem ist Keke Topps Verletzung nicht der erste schwere Trainingsunfall dieser Saison: Auch Mitchell Weiser (Kreuzbandriss im Juli) und Olivier Deman (Außenknöchelbruch im August) verletzten sich während des Trainings.
Für Keke Topp stellt die Diagnose einen vorläufigen Tiefpunkt in einer Saison dar, in die der Verein große Hoffnungen gesetzt hatte. Sportchef Clemens Fritz hatte im Sommer betont, dass man von Topp eine deutliche Weiterentwicklung erwartet hatte. „Eigentlich war es der Plan, dass Victor Boniface und Keke sich die Spielzeit im Sturm aufteilen. Das ist nicht aufgegangen. Wir wollten insgesamt mehr auf junge Spieler setzen“, erklärte Fritz kürzlich im „Doppelpass“.
Auf dem Platz konnte Topp diese Erwartungen jedoch nur selten erfüllen. In 20 von 27 möglichen Spielen kam er zum Einsatz, stand jedoch nur siebenmal in der Startelf und sammelte insgesamt 629 Minuten Spielzeit. Um Spielpraxis zu sammeln, musste er sogar zwischenzeitlich in der U23 spielen, wo er in zwei Spielen zwei Tore erzielte. Sein bislang einziger Bundesliga-Treffer gelang ihm Ende Januar beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach, ein sehenswerter Volley in der Nachspielzeit. Zu oft ließ der Stürmer jedoch gute Gelegenheiten ungenutzt, wie etwa in der Schlussphase gegen Heidenheim. Im jüngsten 1:0-Sieg gegen Wolfsburg erhielt sogar der talentierte Salim Musah in der Schlussphase den Vorzug, was Thioune mit der höheren Endgeschwindigkeit des Youngsters begründete.
Gerüchten zufolge hatte Topp zuletzt sogar einen möglichen Wechsel im Sommer in Form einer Leihe in Betracht gezogen, doch diese Überlegungen rücken nun aufgrund der schweren Verletzung in den Hintergrund. Für Werder Bremen stellt sich erneut die Frage nach Alternativen im Angriff, da auch Sturmkollege Jovan Milosevic aufgrund hartnäckiger Rückenprobleme weiterhin ausfällt, obwohl sein Comeback näher rückt. Ob er beim Heimspiel gegen RB Leipzig am 4. April wieder zur Verfügung steht, ist noch ungewiss. Damit bleibt mit Nachwuchsstürmer Salim Musah vorerst nur ein gelernter Mittelstürmer im Kader, während auch Marco Grüll und Justin Njinmah in der Vergangenheit diese Rolle übernommen haben.