Werder Bremen strebt gegen Augsburg den Klassenerhalt an

Werder Bremen strebt gegen Augsburg den Klassenerhalt an

Werder Bremen hat am Samstag (15:30 Uhr, DeichStube-Liveticker) die Möglichkeit, den Klassenerhalt fast perfekt zu machen, wenn sie gegen den FC Augsburg antreten.

Bremen – Als Daniel Thioune am Donnerstagvormittag den Presseraum des Weserstadions betrat, warf er zunächst einen kurzen Blick auf den Monitor, genauer gesagt auf die Tabelle. Doch viel Zeit ließ sich der Cheftrainer des SV Werder Bremen dabei nicht – er möchte sich nicht auf Rechenspiele einlassen. „Ich habe mich nicht mit meinem Mathelehrer zusammengesetzt, um zu schauen, was noch alles passieren kann“, sagte Thioune mit einem leichten Schmunzeln. Er sei sich jedoch bewusst, dass es im Internet zahlreiche Tabellenrechner gibt, die viele Spieler wahrscheinlich genutzt haben. „Das kann sicher auch Spaß machen. Aber viel mehr Freude bereitet es mir, meine Jungs so auf Augsburg vorzubereiten, dass danach niemand mehr rechnen muss.“

Genau darum geht es am Samstag im Weserstadion gegen den FC Augsburg. Werder Bremen hat die große Chance, den Klassenerhalt bereits am 32. Spieltag nahezu zu sichern – oder ihn im besten Fall sogar endgültig zu besiegeln. Voraussetzung dafür ist ein eigener Sieg gegen den FCA und Schützenhilfe aus Mainz. Sollte der FC St. Pauli am Sonntag gegen die Rheinhessen nicht gewinnen, wären die Grün-Weißen bei einem eigenen Erfolg nicht mehr einzuholen. Selbst wenn beide Teams verlieren würden, wären die Bremer bei aktuell sechs Punkten Vorsprung und dem deutlich besseren Torverhältnis zwei Spieltage vor Schluss so gut wie sicher. Doch Daniel Thioune wäre nicht Daniel Thioune, wenn er sich auf solche Konstellationen einlassen würde. „Es verbietet sich, von einem komfortablen Vorsprung zu sprechen. Das hilft alles nicht, das lenkt ab“, stellte der 51-Jährige klar. „Unser Einflussbereich beginnt am Samstag um 15:30 Uhr. Darauf liegt der volle Fokus.“

Begriffe wie „Endspiel“ vermeidet er daher bewusst. Stattdessen spricht er lieber von einem „Matchballspiel“ gegen den FC Augsburg, wohl wissend, dass seine Mannschaft selbst in der Hand hat, das „Abstiegsgespenst endgültig zu vertreiben“. Dabei waren die Vorzeichen bei Werder Bremen vor wenigen Wochen noch ganz anders. „Die Momente nach Köln fühlten sich nicht wirklich gut an“, erinnert sich Daniel Thioune an die empfindliche Niederlage vor knapp drei Wochen. „Da ist man eher etwas negativer unterwegs und hat für den Moment weniger Fantasie, was in drei, vier Wochen sein kann.“ Die Pleite damals habe tief gesessen, wie er zugibt. Umso bemerkenswerter sei es, wie sich seine Mannschaft anschließend präsentiert habe. „Wenn wir unsere Saison wie einen Boxkampf sehen, dann sind wir auf St. Pauli und in Köln richtig auf die Bretter geschickt worden. Viele haben gedacht, dass wir nicht wiederkommen. Das hat uns angetrieben.“

Tatsächlich wirkt Werder Bremen aktuell stabiler und gefestigter – bereit für den entscheidenden Schlag. Die vier Punkte aus dem Nordderby und der Partie in Stuttgart haben dem Team spürbar gutgetan. Doch Daniel Thioune möchte die kommende Aufgabe keinesfalls unterschätzen. „Ich glaube nicht, dass der FCA seine Spielweise groß verändern wird“, erklärt er. Der FC Augsburg werde tief stehen, auf Umschaltmomente setzen und versuchen, wie zuletzt „aus wenig sehr viel“ zu machen. „Daher wird uns eine sehr anspruchsvolle Aufgabe erwarten“, betont der Werder-Trainer. Umso wichtiger könnte dabei einmal mehr die Unterstützung von den Rängen sein. Das Weserstadion soll erneut zum Faktor werden – wie schon zuletzt. „Das letzte Heimspiel hat eindrucksvoll bewiesen, wozu der Verein in der Lage ist, wenn alle zusammenhalten“, sagt Thioune in Anspielung auf das 3:1 im Nordderby. Es sei keine Aufforderung, sondern vielmehr eine Bitte, „uns bei diesem Matchballspiel erneut so zu unterstützen und uns Energie zu geben“. Die Mannschaft habe gezeigt, „dass sie in Verbindung mit den Fans über sich hinauswachsen kann“.

Genau dieses Zusammenspiel könnte am Samstag gegen den FC Augsburg den Unterschied machen – im besten Fall hin zu einem versöhnlichen Ende einer bis dato sehr schwierigen Saison. „Wir wollen alle zusammen am 34. Spieltag einen positiven Abschluss feiern“, so Daniel Thioune. „Dafür gilt es jetzt nochmal anzupacken.“ Rechenspiele sind bis dahin zweitrangig. Der Plan ist klar: liefern statt rechnen. Damit der Blick auf die Tabelle bei Werder Bremen bald keine Rolle mehr spielt und Thioune beim nächsten Gang in den Presseraum nicht mehr nach oben schauen muss.

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