WM-Analyse: Jürgen Klopp, Frankreich und Spanien im Fokus
München – Am Dienstag, den 14. Juli, waren Marcell Jansen und Conan Furlong zu Gast in der Live-Sendung „Die WM-WG“ von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA). In der Diskussion standen die Verhandlungen zwischen dem DFB und Red Bull sowie das erste Halbfinale der WM 2026, in dem Frankreich auf Spanien trifft. Hier sind die wichtigsten Aussagen der beiden Experten:
Über die Gespräche zwischen dem DFB und Red Bull sagte Jansen: „Ich wünsche mir, dass Klarheit entsteht. Wenn Jürgen Klopp Bundestrainer wird, sollte dies seine einzige Aufgabe sein. Ich plädiere für eine saubere Lösung, denn der Bundestrainer muss sich neutral gegenüber anderen Bundesligisten verhalten.“
Zur Analyse der spanischen Mannschaft äußerte Furlong: „Was sie ausmacht, ist die zentrale Achse um den Torwart, Cubarsi, und Rodri. Sie sind kompakt und spielerisch stark. Es ist wichtig, beides zu vereinen. Außerdem haben sie eine gute Mischung aus erfahrenen und hungrigen jungen Spielern. Daher sehe ich Spanien als Favoriten.“
Über Frankreich meinte er: „Ich sehe keinen Plan B bei Frankreich. Ich bin gespannt, ob Spanien in der Lage ist, einen Plan B zu entwickeln. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass die Spanier vorne liegen könnten, wenn sie das schaffen. Frankreich hat herausragende Einzelspieler mit unglaublicher Geschwindigkeit und Qualität. Letztendlich sind es zwei Weltklassemannschaften. Frankreich könnte am Ende Weltmeister werden, aber ich denke, dass sie sich in einer Umbruchphase befinden, insbesondere mit dem bevorstehenden Trainerwechsel.“
Zur möglichen Taktik Spaniens gegen Frankreich sagte Furlong: „Ich bin gespannt, wie Spanien gegen Frankreich agiert. Frankreich liebt es, wenn der Gegner das Spiel macht, und das könnte von Mbappé, Olise, Dembélé und Doue brutal bestraft werden.“
Auf die Frage nach seiner Rolle erklärte Furlong: „Ich betrachte mich als Fußball-Creator und auch als Fußball-Journalist. Ob ich als Reporter oder Moderator arbeite, hängt von der jeweiligen Aufgabe ab. Ich mache beides und glaube, dass dies der Weg der Zukunft ist.“
Zur bisherigen WM sagte er: „In den letzten Wochen ist mir vor allem der Wahnsinn um die WM aufgefallen, sei es durch Trump oder die Argentinier. Mit etwas Abstand betrachtet, werde ich vor allem den Spaß an einigen Spielen in Erinnerung behalten. Fußballerisch fand ich die WM bisher auch sehr gut.“
Sein persönliches Highlight der WM war das Spiel zwischen England und Mexiko: „Ich hatte mich sehr darauf gefreut. Es war schade, dass das Aztekenstadion und die Mexikaner ausgeschieden sind. Das Spiel hatte alles: Blutgrätschen, fünf Tore und zwei Elfmeter. Das war für mich das Spannendste.“
Zu Jürgen Klopp äußerte er sich positiv: „Er ist der Richtige für die Rolle des Bundestrainers. Wir als Nation benötigen jemanden, der uns emotional mitreißt. Er sollte sich jedoch ausschließlich auf diese Rolle konzentrieren, denn beim DFB geht es um mehr als nur die A-Mannschaft. Die Kommunikation und die Außenwahrnehmung würden eleganter sein, wenn er sich nur auf die DFB-Rolle beschränken würde.“
Zu den bisherigen Leistungen Spaniens sagte Furlong: „Die absolute Topform Spaniens habe ich bisher nicht gesehen. Ihre Defensive wurde überinterpretiert, und mir fehlt der letzte Esprit in ihrem Spiel. Ich sehe Frankreich in der Balance und defensiv besser. Sie verfügen über mehr Spieler, die Spiele entscheiden können. Spanien ist stark von Lamine Yamal abhängig. Wenn beide Mannschaften ihr Top-Niveau erreichen, sehe ich Frankreich als stärker an.“
Zur Einstellung der Franzosen bemerkte er: „Wenn sie so gut sind, sollten sie selbstbewusst ihren Plan durchziehen. Sie könnten auch auf ihre Umschaltqualitäten setzen. Bisher habe ich Spanien nicht so stark gesehen, dass sie es schaffen, die Franzosen in den ersten 60 Minuten unter Druck zu setzen.“
Über Michael Olise und dessen Instagram-Auftritt sagte Furlong: „Ich habe ihn früh gesehen und dachte: ‚Der ist Wahnsinn‘. Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass die Bayern einen Spieler verpflichtet haben, der nicht ganz oben auf jeder Liste stand. Sein Instagram-Auftritt ist sehr künstlerisch und spiegelt seinen Charakter wider. Ich denke, er wird den FC Bayern irgendwann verlassen, was zu seiner Persönlichkeitsentwicklung passen würde. Ob es nach Real Madrid geht, bleibt abzuwarten. Ich könnte mir auch vorstellen, dass er noch einmal in England auf höchstem Niveau spielen möchte. Letztendlich hängt alles von der sportlichen Situation ab.“