Xabi Alonso und die Herausforderungen bei Real Madrid
Xabi Alonso, ehemaliger Spieler des FC Bayern München, war der bevorzugte Kandidat des Rekordmeisters für die Nachfolge von Thomas Tuchel. Dennoch entschied sich Alonso, in Leverkusen zu bleiben, bevor er zu Real Madrid wechselte.
Im Frühjahr 2024 suchten die Verantwortlichen des FC Bayern verzweifelt nach einem neuen Trainer, nachdem Thomas Tuchel nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt hatte. Xabi Alonso, der von 2014 bis 2017 für den FC Bayern spielte, war die erste Wahl. Er hatte im Herbst 2022 die Leitung von Bayer Leverkusen übernommen und führte das Team in der Bundesliga zu einer besseren Platzierung als den Münchener Serienmeister. Alonso verlängerte jedoch seinen Vertrag in Leverkusen und sicherte sich mit Bayer die erste Meisterschaft in der Vereinsgeschichte.
Die Bayern hatten sich aufgrund ihrer engen Verbindung zu Alonso große Hoffnungen gemacht, gingen jedoch leer aus und mussten sich bei ihrer Trainersuche bis zur Verpflichtung von Vincent Kompany mit Spott auseinandersetzen. Unter Kompany gelang es dem Rekordmeister, sich schnell von Alonso und seinem Team in der Bundesliga abzusetzen und sie in den Champions-League-Achtelfinalspielen mit 3:0 und 2:0 zu besiegen.
Wie bereits bei Alonsos Absage an den FC Bayern 2024 erwartet, nutzte er die erste Gelegenheit, um zu Real Madrid zu wechseln, wo er von 2009 bis 2014 spielte. Diese Möglichkeit ergab sich im vergangenen Sommer nach dem Abgang von Carlo Ancelotti. Während in Deutschland, insbesondere in München, viele Kompany loben und ihm zutrauen, eine Ära zu beginnen, hat Alonso es bei den Königlichen nicht leicht. Spanische Medien berichten von ersten Zweifeln an seinem Trainerkönnen.
Xabi Alonso selbst wollte das torlose Unentschieden gegen Rayo Vallecano am Wochenende, das bereits sein zweites Pflichtspiel ohne eigenen Treffer war, nicht überbewerten. Er sagte: „Wir wissen, wo wir stehen. Man muss die guten und die schlechten Momente abwägen können. Mir ist wichtig, dass wir uns weiterentwickeln, verbessern und eine positive, konstruktive Selbstkritik üben. Das ist Real Madrid, und jeder weiß, was das bedeutet.“
In der Woche zuvor hatte Madrid in der Champions League mit 0:1 gegen den strauchelnden FC Liverpool verloren. Mundo Deportivo berichtete, dass die Mannschaft „mit vielen Zweifeln“ in die Länderspielpause gehen würde.
Bislang hat das Team unter Alonso zehn von zwölf Spielen in LaLiga gewonnen, jedoch schmerzte die einzige Niederlage gegen Atlético Madrid (2:5) besonders. Das Unentschieden gegen Rayo verstärkt die Kritik an Alonso, und El País stellte fest: „Rayo hat mit großem Aufwand die Mannschaft von Xabi deaktiviert, die nach der Niederlage gegen Liverpool niedergeschlagen ist.“
Das Sport-Journal kritisierte: „Das alte neue Madrid entlarvt Xabi Alonso und macht seine Rede zunichte. Das ursprüngliche Manifest des baskischen Trainers ist schon vor der Hinrunde hinfällig geworden: Von dem versprochenen Druck und der versprochenen Einstellungsänderung ist nichts zu spüren.“
Bereits vor dem enttäuschenden 0:0 berichteten Medien von Zweifeln des Klubpräsidenten Florentino Pérez an Alonso. Dieser soll nach Ancelottis Abgang lediglich Plan B hinter Jürgen Klopp gewesen sein. „Pérez sieht nirgendwo die ‚fußballerische Modernität‘ von Xabis Real Madrid, von der seine Berater sprachen“, so Sport in der letzten Woche. Nach dem nächsten torlosen Auftritt wurde nachgelegt: „Xabi Alonso hat seine eigene Rede verraten. Vor allem durch seine Unfähigkeit, sie bis zum Schluss aufrechtzuerhalten oder zu verteidigen.“
Trotz allem steht Alonso mit seinem Team derzeit mit drei Punkten Vorsprung auf den Erzrivalen Barcelona an der Tabellenspitze von LaLiga und hat auch in der Champions-League-Tabelle mit Platz 7 noch eine akzeptable Position. As titelt: „Besorgnis über den unerwarteten Einbruch“, betont aber auch: „Die Eindrücke aus den letzten beiden Spielen geben Anlass zur Sorge, aber es besteht noch kein Grund zur Panik.“
Hinter den Kulissen brodelt es jedoch gewaltig. Vor allem der Brasilianer Vinicius Junior sorgte für Unruhe, nachdem er wütend auf seine Auswechslung im Clásico reagierte und mit einem Vereinswechsel drohte. Obwohl er sich später entschuldigte, ließ er Alonso unerwähnt. Der Klub entschied sich überraschend, ihn nicht zu bestrafen, was die Autorität des Trainers untergräbt.
Darüber hinaus zeigen sich einige Spieler, wie Valverde und Endrick, unzufrieden mit ihren Rollen und Einsatzzeiten. Pérez wurde direkt über die wachsende Unzufriedenheit in der Kabine informiert und nahm auch den körperlichen Zustand des Teams zur Kenntnis: In Liverpool liefen sie vier Kilometer weniger als der Gegner. Alonso steht daher unter massivem Druck und muss schnell konstante Ergebnisse liefern, idealerweise mit offensivem Spiel. Solche Probleme kennt Kompany bei den Bayern derzeit nicht.