Xavi Simons: Rückblick auf einen umstrittenen Transfer
Die Kolumne Absolut International widmet sich Xavi Simons und beleuchtet, warum Uli Hoeneß' Veto gegen einen Transfer im Sommer rückblickend als richtig erachtet wird.
München – Liebe Fans des internationalen Fußballs: Xavi Simons erlebte in England eine der härtesten Prüfungen für einen Fußballer. Bei Tottenhams 0:1-Niederlage im Stadtderby gegen den FC Chelsea wurde der Niederländer in der siebten Minute für den verletzten Lucas Bergvall eingewechselt, nur um in der 73. Minute von Trainer Thomas Frank wieder ausgewechselt zu werden.
Simons hatte mehrere Ballverluste und ein ungenaues Zuspiel, das zum entscheidenden Gegentreffer von João Pedro in der 34. Minute führte. Zudem blieb er ohne Torschuss und erhielt nach einem Foul an Alejandro Garnacho in der 59. Minute die Gelbe Karte. Seine Leistung gegen Chelsea wurde von englischen Medien und Fans scharf kritisiert.
Die Daily Mail und The Sun sprachen von einer „ultimativen Demütigung“, während der Mirror die Darbietung als „miserabel“ bezeichnete. Der Telegraph berichtete von einem „weiteren schwierigen Abend“. Ein Nutzer kommentierte: „Xavi Simons sieht aus wie ein Schuljunge, der zum ersten Mal Erwachsenenfußball spielt.“
Seine Bilanz seit dem 65-Millionen-Euro-Transfer im Sommer von RB Leipzig zu Tottenham ist ernüchternd: Null Tore und null Vorlagen in zwölf Pflichtspielen. Dabei hätte der 22-Jährige möglicherweise beim FC Bayern spielen können, wenn Uli Hoeneß im Sommer nicht sein Veto eingelegt hätte.
Sportvorstand Max Eberl, Sportdirektor Christoph Freund und Trainer Vincent Kompany waren sich einig, Simons fest verpflichten zu wollen. Laut Bild gab es sogar ein geheimes Treffen zwischen Kompany und Hoeneß am Tegernsee, bei dem Kompany argumentierte, dass Simons perfekt in die Kaderpläne passen würde. Dennoch konnte er Hoeneß nicht von einem Transfer überzeugen.
Zu den jüngsten Aussagen von Eberl im Interview mit 11Freunde passt, dass man zusammen mit Kompany und Freund einen Spieler für den Fall eines Abgangs von Kingsley Coman ins Visier genommen hatte. Das Problem war jedoch, dass entschieden wurde, nur Leihspielern eine Chance zu geben.
Hoeneß kommunizierte damals diese Leih-Vorgabe öffentlich, was bei vielen Beobachtern für Stirnrunzeln sorgte. Angesichts von Simons' bisherigen Auftritten bei den Spurs lässt sich nun konstatieren: Der FC Bayern kann Hoeneß dankbar sein.
Anstelle von Simons liehen die Münchner im Sommer Nicolas Jackson vom FC Chelsea für eine Gebühr von 13,5 Millionen Euro. Dass die Kaufpflicht von 65 Millionen Euro mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht greifen wird, hat Hoeneß bereits angedeutet. Obwohl Jackson bislang nicht als „Transfer-Volltreffer“ gilt, hat er in elf Pflichtspielen drei Tore und eine Vorlage erzielt – und damit deutlich mehr vorzuweisen als Simons.