Yussuf Poulsen kehrt nach Leipzig zurück
Alte Liebe, neues Trikot: Yussuf Poulsen kehrt nach Leipzig zurück. Sein ehemaliger Kollege Peter Gulacsi wünscht ihm Tore – jedoch bitte erst ab der nächsten Woche.
Leipzig – „Es wird das erste Mal sein, dass ich in Leipzig nicht zur Heimmannschaft gehöre“, sagte Yussuf Poulsen in einer Medienrunde vor dem Bundesliga-Spiel zwischen seinem ehemaligen Klub RB Leipzig und seinem neuen Verein, dem Hamburger Sportverein. „Ich freue mich, wieder in diesem Stadion zu spielen, und bin gespannt, wie es sich anfühlt, als Gegner von Leipzig auf dem Platz zu stehen“, so der Stürmer, der zwölf Jahre lang das Trikot der Roten Bullen getragen hat. Auch am Cottaweg war der Däne in dieser Woche ein häufiges Thema. Sowohl Ex-Kollege Peter Gulacsi als auch Cheftrainer Ole Werner äußerten sich zu „Yussis“ Rückkehr.
Poulsen wurde beim HSV direkt zum Kapitän ernannt, konnte jedoch aufgrund einer Muskelverletzung seine Rolle bislang nur eingeschränkt ausüben. Beim 4:0-Sieg gegen Mainz vor zwei Wochen saß er erstmals wieder auf der Bank, kam jedoch nicht zum Einsatz. Sollte er in der Red Bull Arena wieder auf dem Platz stehen, hofft RB-Keeper Peter Gulacsi vor allem auf eines: „Dass er nicht unbedingt an diesem Wochenende, aber danach gut zurückkommt und Tore für den HSV erzielt.“ In den vergangenen Wochen hatte er keinen Kontakt zu dem ehemaligen Fanliebling, jedoch sprach er zuvor etwas länger mit ihm. „Er hat ein bisschen erzählt, aber wenn man in einen neuen Verein kommt, möchte man natürlich den vollen Fokus darauf legen. Es ist bedauerlich, dass er mit Verletzungen zu kämpfen hatte, aber man sieht, dass er ein sehr wichtiger Spieler dort geworden ist, gleich zum Kapitän ernannt. Daher glaube ich, dass es für ihn wahrscheinlich der richtige Schritt war. Hoffentlich bleibt er jetzt gesund“, so der 35-Jährige.
Obwohl er die Spielweise des Angreifers nach zehn gemeinsamen Jahren gut kennt, sieht Gulacsi dies auf dem Platz nicht unbedingt als Vorteil: „Es ist nicht so, dass ich genau weiß, in welcher Situation er rechts oder links schießt. Dennoch ist es ein kleiner Vorteil zu wissen, wie er den ersten Pfosten anläuft oder sich bei Flanken verhält, aber wir müssen uns gut vorbereiten und ihn weit von unserem Tor fernhalten.“
RB-Coach Ole Werner hatte vor dem Wechsel noch ein Gespräch mit dem dänischen Nationalspieler geführt und ihn als sehr angenehmen Menschen kennengelernt. „Das war großartig. Ich glaube, das ist eine seiner Stärken, die ihn neben seinen sportlichen Fähigkeiten auszeichnet“, sagte Werner. Eine ernsthafte Zusammenarbeit zwischen Trainer und Spieler kam jedoch nicht zustande, weshalb Werner auch zugab, insgesamt wenig über ihn sagen zu können.
In Bezug auf den „Poulsen“-Effekt in der Red Bull Arena ist er jedoch ähnlicher Meinung wie Gulacsi: „Es kann für den HSV sicherlich nicht schlecht sein, dass er viele Spieler kennt und weiß, wie sie in bestimmten Situationen reagieren. Das kann in einem Detail den Unterschied ausmachen. Auf der anderen Seite kenne ich auch Spieler beim HSV und kann ihnen ebenfalls etwas sagen. Spieler von uns haben bereits mit Jungs vom HSV zusammengespielt. Viele können etwas über Yussi sagen, daher glaube ich nicht, dass es einen großen Effekt haben wird. Für dieses Spiel hoffe ich, dass er keinen großen Einfluss hat, um es mal so zu sagen. Zumindest nicht in positiver Hinsicht – ich hoffe, er verzeiht mir das. Ich denke, das kann jeder verstehen.“ Auch die Fans werden ihn mit Freude empfangen, hoffen jedoch insgeheim, ihn nicht mit der Raute auf der Brust jubeln zu sehen.