Zukunft der Vancouver Whitecaps ungewiss: Thomas Müllers Klub zum Verkauf
Der MLS-Klub Vancouver Whitecaps, bei dem Thomas Müller spielt, steht zum Verkauf. Bisher gibt es jedoch keinen potenziellen Käufer für die kanadische Mannschaft, während Las Vegas als mögliche neue Heimat in Betracht gezogen wird.
In Vancouver hat sich der 36-jährige Müller gut eingelebt und zeigt sportlich starke Leistungen mit vier Toren in der Saison und dem zweiten Platz in der Western Conference. Hinter den Kulissen brodelt es jedoch gewaltig, und die Zukunft des Klubs ist so ungewiss wie nie zuvor. Ob Müller in der nächsten Saison noch für die Whitecaps spielt, hängt von Entwicklungen ab, die über das Spielfeld hinausgehen.
Die Eigentümer der Whitecaps haben angekündigt, den Klub zu verkaufen. Laut einer Mitteilung des Vereins wurden in den letzten 16 Monaten ernsthafte Gespräche mit über 100 Interessenten geführt, jedoch ohne greifbare Ergebnisse. „Bis heute hat sich kein tragfähiges Angebot ergeben, das den Verbleib des Vereins am Standort sichern würde“, erklärte der Klub. Obwohl weiterhin eine Lösung in Vancouver angestrebt wird, drängt die Zeit.
Ein Sonderausschuss der MLS-Eigentümer hat sich bereits mit der Zukunft des Klubs befasst. Berichten zufolge gilt Las Vegas als zentrale Option für einen möglichen Standortwechsel, während auch Phoenix, die Hauptstadt Arizonas, als ernsthafter Kandidat betrachtet wird. Las Vegas plant derzeit ein Sportviertel im Wert von rund zehn Milliarden Dollar, das eine neue NBA-Halle und ein Fußballstadion umfasst, was die Stadt für potenzielle Investoren äußerst attraktiv macht.
Zusätzlich wird die Situation durch das Auslaufen des Mietvertrags der Whitecaps für das BC Place Stadium zum Jahresende kompliziert. Laut Bild hat die MLS potenziellen Käufern klargemacht: Ohne eine Stadionlösung gibt es keine Zukunft für den Fußballstandort Vancouver. Die Whitecaps spielen seit ihrem Beitritt zur MLS im Jahr 2011 im BC Place, das Platz für bis zu 54.000 Zuschauer bietet, wobei die Kapazität bei Heimspielen auf den Unterrang beschränkt ist.
Wie reagiert Thomas Müller auf diese Entwicklungen? Laut Bild ist der Ex-Weltmeister über die Situation informiert, lässt sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Gedanken über seine persönliche Zukunft macht er sich erst nach der Weltmeisterschaft, da sein Vertrag ebenfalls nur bis zum Jahresende läuft.
Unterdessen regt sich unter den Fans der Whitecaps Widerstand. Rund um das Heimspiel gegen die Colorado Rapids, das Vancouver mit 3:1 gewann, organisierten die Anhänger unter dem Motto „Save the Caps“ einen Protestmarsch zum Stadion. Mit Bannern und Sprechchören machten sie ihren Unmut deutlich. Ein Umzug des Klubs, der zu den ältesten der MLS zählt, gilt für viele als unvorstellbar, obwohl Franchise-Wechsel im nordamerikanischen Profisport nicht ungewöhnlich sind. So gingen die NBA-Champions Oklahoma City Thunder 2008 aus den Seattle SuperSonics hervor, nachdem das Team seinen Standort aufgegeben hatte.
Ob Thomas Müller also bald in der Wüste Nevadas spielt oder doch in Kanada bleibt, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden. Interessant ist auch, dass Timo Werners San José Earthquakes ebenfalls zum Verkauf stehen – Las Vegas könnte auch für sie eine Option sein.