Zukunftspläne von Marco Reus und Mats Hummels beim BVB

Zukunftspläne von Marco Reus und Mats Hummels beim BVB

Marco Reus und Mats Hummels sind die prägenden Gesichter einer Ära bei Borussia Dortmund, doch ihre Zukunftspläne könnten unterschiedlicher nicht sein.

Am Sonntag gab Mats Hummels seine emotionale Abschiedsvorstellung für den BVB und erklärte, dass er „über Jahre nichts“ im Profifußball tun möchte, abgesehen von seiner zukünftigen Tätigkeit als Experte bei Amazon Prime Video. Zeitgleich laufen Gespräche mit Marco Reus über eine mögliche Rolle als Markenbotschafter, wie unter anderem die Sport Bild berichtet.

Der ehemalige Nationalspieler könnte bereits während seiner aktiven Karriere bei den LA Galaxy in den USA wieder als Gesicht des BVB auftreten, sowohl in Amerika als auch in Asien, zwei wichtigen Märkten für den Verein. Bei Hummels hingegen bleibt die grundlegende Frage offen, ob und wann er in welcher Funktion nach Dortmund zurückkehrt.

Die beiden erfahrenen Spieler stehen symbolisch für eine Ära beim BVB, sind jedoch grundverschiedene Charaktere, die unterschiedliche Wege zu ihrem Herzensverein einschlagen werden. Reus, der Instinktfußballer und Identifikationsfigur, und Hummels, der analytische Lautsprecher und geborene Führer, prägen ihre Zukunft beim BVB durch ihre Persönlichkeiten.

Reus gilt nicht als der Typ für operative Führungsaufgaben, und nur wenige können sich ihn im Tagesgeschäft vorstellen. Als „Dortmunder Jung“ verkörpert er die Vereinsseele, hatte jedoch lange Zeit Schwierigkeiten mit seinem Kapitänsamt. Seine bedingungslose Loyalität zum BVB wird auch nach seinem Abenteuer in den USA bestehen bleiben.

„Wenn man so viele Menschen wie ich dort kennt und so verbunden ist, wäre ich schön doof, wenn ich nicht zurückkehren würde“, sagte Reus nach seinem Wechsel in die MLS. Die Rolle als Markenbotschafter scheint gut zu ihm zu passen, da sie seine Position als BVB-Ikone für eine ganze Generation nutzt und auch berücksichtigt, dass die Familie Reus möglicherweise nach der Profilaufbahn in den USA bleiben könnte.

Hummels hingegen war bereits als Spieler ein geborener Stratege und Wortführer. Seine öffentliche Kritik an Edin Terzićs Taktik trug zwar zu seinem Abschied im Jahr 2024 bei, zeigte jedoch auch seinen Mut zur unbequemen Wahrheit. „Er muss sich erst mal selbst darüber klar werden, ob er überhaupt im Fußball Verantwortung übernehmen möchte“, erklärte Hans-Joachim Watzke gegenüber der Sport Bild.

Die Verantwortlichen des BVB haben bei Hummels' Abschiedsspiel am Wochenende betont, dass ihm alle Türen offenstehen. Der Weltmeister möchte jedoch erst klären, ob er seine Zukunft im Trainerbereich oder im Management sieht. Zwar könnte auch Hummels Botschafter werden, die meisten Beobachter glauben jedoch, dass er nach konkreter Verantwortung strebt.

Bei Reus ist eine solche Rolle eher schwer vorstellbar. Der BVB wird letztlich für beide Legenden individuelle Lösungen finden müssen. Für Reus sollte eine Rolle geschaffen werden, die seine emotionale Verbindung zum Verein nutzt, während Hummels wahrscheinlich eine Position mit echtem Einfluss und klar definierten Kompetenzen anstrebt. Sein kritischer Geist sollte als Bereicherung und nicht als Störfaktor wahrgenommen werden.

Es gibt Beispiele in beiden Richtungen: Zu den Markenbotschaftern gehören Karl-Heinz Riedle und Roman Weidenfeller (neuerdings auch Tischtennis-Ikone Timo Boll), während Größen wie Michael Zorc, Sebastian Kehl und Lars Ricken im Laufe der Jahre ins operative Geschäft eingebunden wurden.

Eine Klublegende zu sein, schützt jedoch nicht vor Kritik von der eigenen Anhängerschaft. Dies erleben Geschäftsführer Ricken und Sportdirektor Kehl während des schleppend verlaufenden Transfersommers. Auch Nuri Şahin wurde als Trainer nach nur etwas mehr als einem halben Jahr entlassen.

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