1. FC Köln kämpft mit Abwehrproblemen, Hoffnung auf Comeback von Rav van den Berg
Der 1. FC Köln sieht sich derzeit mit erheblichen Abwehrproblemen konfrontiert. Mit Dominique Heintz fällt bereits der vierte Innenverteidiger aus, was die Situation für das Team weiter erschwert. Ein Comeback eines Spielers gibt jedoch Anlass zur Hoffnung.
Köln – „Es ist wie verhext“, äußerte Lukas Kwasniok nach dem 1:1-Unentschieden gegen Werder Bremen. Die Verletzungen der Innenverteidiger setzen dem 1. FC Köln stark zu. In Bremen zog sich Heintz bei einem langen Schritt im Duell mit Keke Topp einen kleinen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und wird damit definitiv die kommenden zwei Spiele gegen St. Pauli und Bayer Leverkusen verpassen. Zuvor musste Trainer Kwasniok bereits auf Luca Kilian (Kreuzbandriss), Timo Hübers (Totalschaden im Knie) und Joel Schmied (Muskelverletzung) verzichten.
Die Abwehr stellt sich nun quasi von selbst auf, wobei Rav van den Berg eine zentrale Rolle spielen wird. Der Niederländer feierte nach seiner Schulteroperation ein beeindruckendes Comeback gegen Bremen, obwohl er nach Heintz‘ plötzlichem Ausfall kaum Zeit zur Vorbereitung hatte.
„Es ist anfangs ziemlich schwierig, besonders wenn man lange spielt. Es hat es noch schwieriger gemacht, nach 10 Minuten ohne Warm-up reinzukommen“, sagte van den Berg nach seinem Comeback. „Es war okay, aber ich denke, ich kann mich deutlich verbessern.“
Auf dem Platz war ihm die lange Pause jedoch nicht anzumerken. Der Neuzugang für 10 Millionen Euro benötigte keine Anlaufzeit und war sofort auf Betriebstemperatur. Auch die verletzte Schulter machte ihm keine Probleme mehr, sie fühlte sich lediglich „etwas steif“ an.
Als zentraler Mann der Dreierkette organisierte er die Abwehr, übernahm Verantwortung und war insgesamt der stabilste Verteidiger. „Wie Rav sich zurechtgefunden hat, hat mir sehr gut gefallen“, lobte Kwasniok. Der Trainer hätte seinen Schützling gerne noch etwas länger geschont und ihn je nach Verlauf erst gegen Pauli gebracht.
Doch als er gebraucht wurde, war der Niederländer zur Stelle, besonders in einer entscheidenden Szene des Spiels. Nach einem misslungenen Rückpass von Lund sprintete van den Berg Romano Schmid bei dessen Alleingang hinterher und setzte ihn unter Druck, was möglicherweise den Abschluss des Österreichers beeinflusste. „Rav stört ihn super. Wenn er ihm zwei Meter mehr Luft gibt und Schmid alleine auf mich zuläuft, hat er mehr Zeit zu überlegen“, sagte Marvin Schwäbe, der das 0:2 schließlich verhinderte.
Das vielversprechende Comeback von van den Berg gibt der FC-Abwehr neue Hoffnung. In Kombination mit Eric Martel und Cenk Özkacar kann Kwasniok auch gegen den Aufsteiger eine schlagkräftige Abwehr aufstellen, vorausgesetzt, der Verletzungsfluch schlägt in dieser Woche nicht erneut zu.