Abschied von Thomas Müller hinterlässt große Lücke beim FC Bayern
Der Abschied von Thomas Müller hat beim FC Bayern München nicht nur sportliche, sondern vor allem auch führungstechnische Auswirkungen hinterlassen. Eine Vereinslegende äußert ihre Besorgnis über die Situation.
München – Der Weggang von Thomas Müller hat beim FC Bayern eine signifikante Lücke gerissen, insbesondere in Bezug auf die Führungsqualität innerhalb der Mannschaft. Klaus Augenthaler, eine Legende des Vereins, hat in einem Interview mit SPORT1 seine Bedenken geäußert und hinterfragt, wie die Münchner den Verlust kompensieren wollen.
„Meine persönliche Meinung war: Er wird nie nach Amerika gehen“, erklärte Augenthaler in Bezug auf Müllers Wechsel zu den Vancouver Whitecaps. „Thomas Müller ist nicht der Typ, der nach Amerika oder Saudi-Arabien wechselt“, fügte er hinzu, wurde jedoch durch den Vollzug des Transfers eines Besseren belehrt. „Die Entscheidung wurde jedoch vom FC Bayern und Thomas zusammen mit seinem Berater getroffen.“
Augenthaler zeigt sich weiterhin überrascht, dass der 34-Jährige den Verein überhaupt verlassen durfte: „Ich weiß nicht, wie das abgelaufen ist. Er hat zwar ein gewisses Alter als Fußballer, ist aber nach wie vor 100-prozentig fit.“ Gerade deshalb stellt sich für den früheren Bayern-Kapitän die Frage, wie der Rekordmeister die Rolle des langjährigen Leitwolfes ersetzen will.
„Er ist ein Urgestein des FC Bayern München, auch wenn er in den letzten Jahren oft nicht von Anfang an gespielt hat. Man muss abwarten, wie die Mannschaft funktioniert“, erklärte Augenthaler. Für ihn war Müller trotz reduzierter Einsatzzeiten unverzichtbar: „Müller war sehr wichtig für die Mannschaft, auch wenn er nur zehn bis 15 Minuten gespielt hat, weil er die Mannschaft geführt hat.“
Besonders kritisch sieht Augenthaler die Situation, da auch Manuel Neuer nicht ewig im Tor von Bayern stehen wird: „Wenn Manuel Neuer aufhört, der ebenfalls ein gewisses Alter erreicht hat, und Thomas Müller nicht mehr da ist: Wer führt dann die Mannschaft?“
Die Frage nach der Hierarchie im Bayern-Team wird damit dringlicher denn je. Zwar gibt es mit Joshua Kimmich, Leon Goretzka und dem Neuzugang Jonathan Tah Spieler, die Führungsaufgaben übernehmen könnten, doch eine Persönlichkeit wie Müller – laut Augenthaler über Jahre der emotionale Fixpunkt – ist nicht leicht zu ersetzen.
Während der Weltmeister von 2014 in Vancouver bereits die ersten Schritte in seiner neuen Umgebung geht, bleibt in München eine große Herausforderung: Wer wird die Rolle des Sprachrohrs übernehmen, wer wird die Kabinenführung übernehmen, wenn die letzten prägendenden Figuren der goldenen Bayern-Ära wegfallen? Antworten auf diese Fragen wird die kommende Saison liefern müssen. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)