Albert Riera und die Herausforderung der Sprachbarriere bei Eintracht Frankfurt
Albert Riera sorgt mit seinen klaren Aussagen und (umstrittenen) Metaphern für Aufsehen. Könnte es sich hierbei um ein Missverständnis handeln?
Frankfurt – Eintracht Frankfurt hat unter dem neuen Trainer Albert Riera in einem Spiel gegen Union Berlin ein Unentschieden erzielt und dabei eine deutliche Verbesserung gezeigt. Dies gibt Anlass zur Hoffnung im Rennen um die internationalen Plätze. Riera steht jedoch bereits aufgrund seiner direkten Äußerungen in Pressekonferenzen im Fokus der Medien.
Besonders für Aufregung sorgte seine Aussage, dass seine Spieler für ihn „vom Balkon springen“ würden. Regionale Journalisten griffen diese Bemerkung dankbar auf und fragten die Profis von Eintracht, ob sie dies tatsächlich tun würden. Es ist jedoch anzunehmen, dass es sich hierbei um ein sprachlich-kulturelles Missverständnis handelt.
Eintracht Frankfurt wäre gut beraten, Riera in seiner Muttersprache (mit Dolmetscher) Pressekonferenzen und Interviews durchführen zu lassen. Warum? Riera kann nicht ernsthaft gemeint haben, dass seine Spieler tatsächlich vom Balkon springen sollen. Vielmehr möchte er mit seinen Profis zusammenarbeiten, die auf dem Platz Verantwortung übernehmen und selbstbewusst als Führungsspieler agieren.
Wer Verantwortung übernimmt, handelt überlegt und springt nicht wie ein Crash-Test-Dummy ohne Nachdenken vom Balkon, was zu Verletzungen oder Schlimmerem führen könnte. Riera wollte mit seiner Aussage wahrscheinlich die typisch deutsche Redewendung vermitteln, dass seine Spieler für ihn „durchs Feuer gehen“ sollen, was Vertrauen und emotionale Verbundenheit bedeutet. Dies ist oft der Schlüssel zu gemeinsamem Erfolg.
Um diesen Gedanken in der spanischen Sprache auszudrücken, gibt es tatsächlich einige Redewendungen, die wörtlich vom Tod sprechen, aber sinnbildlich extreme Loyalität meinen. Spanier nutzen eine sehr bildhafte Sprache, jedoch wandte Riera während der Pressekonferenz live Englisch an. Möglicherweise hat er im Eifer des Gefechts beim Übersetzen vom Spanischen ins Englische ein unpassendes Gleichnis verwendet.
Interessant ist auch, dass Riera am Freitag nach dem 1:1 gegen Union Berlin der ARD ein ausführliches Interview auf Spanisch gab. Dort sprach der 43-Jährige sehr ruhig und gelassen. Im Gegensatz dazu klingt sein Englisch grammatikalisch korrekt, aber phonetisch lauter und härter. So jedenfalls der erste Eindruck.
In der Bundesliga gibt es zahlreiche Beispiele, die die Schwierigkeiten zeigen, wenn Trainer nicht in ihrer Muttersprache kommunizieren. Pep Guardiola sprach beim FC Bayern nur einige Brocken Deutsch, was häufig zu simplen Aussagen wie „ein super, super, super Spieler“ führte. In Spanien hingegen sprach Guardiola in seiner Muttersprache flüssig über taktische Konzepte – sehr eindrucksvoll!
Zusammenfassend lässt sich sagen: Riera wirkt in seiner Muttersprache viel verständlicher und intelligenter. Für Gespräche mit den Medien und der Öffentlichkeit sollte Eintracht Frankfurt ernsthaft in Erwägung ziehen, die Sprache zu wechseln. Andernfalls könnte es bald wieder zu Fragen kommen, ob die Eintracht-Profis für Riera vom Balkon springen würden.