Alphonso Davies: Rückkehr nach Verletzung und mentale Herausforderungen

Alphonso Davies: Rückkehr nach Verletzung und mentale Herausforderungen

Nach mehr als acht Monaten ohne Einsatz hat sich Alphonso Davies kürzlich zurückgemeldet und spricht nun offen über die psychischen Herausforderungen während seiner Verletzungsphase.

München – Insgesamt 260 Tage war Alphonso Davies nach seinem Kreuzbandriss außer Gefecht und verpasste dabei 37 Pflichtspiele. Anfang Dezember feierte der kanadische Fußballer sein lang ersehntes Comeback. Auch wenn es nur sieben Minuten im Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon waren, war die Erleichterung über seine Rückkehr auf den Platz deutlich zu spüren.

In einem Interview mit dem Mitgliedermagazin 51 sprach Davies nun über die lange Leidenszeit und gab einen emotionalen Einblick in seine Gefühlswelt. „Mental war die Heilung härter als körperlich“, gestand Davies. Die Ungewissheit über die Dauer seiner Abwesenheit und die tägliche Routine ohne Spielpraxis belasteten ihn stark. „Irgendwann wird dein Geist müde und sagt: Ich will nicht mehr.“

Den Gedanken ans Aufgeben hatte der Bayern-Star jedoch nie, sondern fand Wege, sich zu motivieren und positiv zu bleiben. „Ich sagte mir: Ich kann hier sitzen und mich schlecht fühlen – oder ich kann positiv bleiben und kämpfen. Und das tat ich“, erklärte er. „Ich wusste: Jammern bringt nichts“, so Davies, der nach seinem Saisondebüt in zwei weiteren Einsätzen insgesamt 46 Minuten spielte.

Rückblickend hat die schwierige Zeit Davies vor allem „Geduld“ gelehrt. „Immer nur zuschauen zu können, nicht mitspielen zu können, Woche für Woche – das hat mir die Augen geöffnet“, blickt der 25-Jährige emotional zurück. „Vielleicht musste ich einen Schritt zurücktreten, um das große Bild zu sehen“, reflektiert er. Besonders seine Gesundheit schätzt Davies inzwischen deutlich mehr.

Er weiß jetzt, dass er „nichts für selbstverständlich nehmen“ kann. „Wenn ich heute auf dem Rasen bin, gebe ich noch mehr als vor meiner Verletzung. Ich freue mich, den Sport zu spielen, den ich liebe. Mit Menschen, die ich mag. Draußen zu sein, zu kämpfen, zu gewinnen“, betont er seine gesteigerte Motivation. In der Rückrunde wird es für ihn darum gehen, sich seinen Stammplatz unter Vincent Kompany zurückzuerobern, um für die WM 2026 bereit zu sein.

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