Ann-Katrin Berger: Einblick in ihren Kampf gegen den Krebs
Frankfurt – Ann-Katrin Berger, eine Starspielerin der DFB-Frauen, hat bereits zweimal die Diagnose Krebs erhalten. In ihrem neuen Buch "Das Spiel meines Lebens" gewährt sie einen tiefen Einblick in die emotionalen Herausforderungen, die sie in dieser schweren Zeit durchlebt hat.
Die Liste der Sportler, die erfolgreich gegen Krebs gekämpft haben, ist lang und umfasst Namen wie Lance Armstrong, Marco Russ und Heiko Herrlich. Dank ihrer gesunden Lebensweise gelingt es vielen Profis oft, nach einer Erkrankung ohne größere Nachwirkungen zu ihrem alten Leistungsniveau zurückzukehren. Dennoch bedeutet eine Krebsdiagnose für die Betroffenen zunächst eine äußerst schwierige Phase.
Berger selbst musste 2017 und 2022 mit Schilddrüsenkrebs kämpfen. In ihrem Buch beschreibt sie eindrucksvoll, wie sie sich in diesen herausfordernden Momenten fühlte und welche Auswirkungen die Diagnose auf ihr Leben hatte.
In einem von der Bild veröffentlichten Auszug schildert sie den Moment, als ihr die Diagnose mitgeteilt wurde: "Der Arzt nahm sich Zeit, rückte seinen Stuhl zurecht, legte die Unterarme auf den Schreibtisch und sah mich an wie ein Schulrektor, der einem gleich erklärt, dass die Versetzung gefährdet sei. Am liebsten wäre ich einfach wieder gegangen. Was sollte das Theater?"
Berger erinnert sich weiter: "Endlich räusperte er sich und ohne Umschweife teilte er mir mit: ‚Miss Berger, ich fürchte, ich muss Ihnen mitteilen, dass Sie an Schilddrüsenkrebs erkrankt sind.‘" Für sie war das natürlich ein Schock. Es fiel ihr schwer zu akzeptieren, dass sie mit dieser Diagnose leben musste.
"Sofort stellte sich mir die Frage: ‚Werde ich sterben?‘ Der Arzt sah mich ernst an und sagte: ‚Die Heilungschancen liegen bei 71 Prozent. Das ist hoch für eine Krebserkrankung.‘ Es mag seltsam erscheinen, aber mit dieser Information – ‚wahrscheinlich nicht tödlich‘ – konnte ich einen Haken hinter diese Frage setzen und meine Unsicherheit ließ nach."
Heute ist Berger wieder fit und hat in letzter Zeit herausragende Leistungen gezeigt. In diesem Jahr wurde sie sogar für die Kategorie „Beste Torhüterin des Jahres“ beim Ballon d'Or nominiert. Sie ist ein weiteres Paradebeispiel dafür, dass man sich nach einer schweren Krankheit zurückkämpfen kann.