Argirios Giannikis trifft auf seinen ehemaligen Verein 1860 München
Ehemaliger Cheftrainer von 1860 München und Co-Trainer von Kauczinski, Argirios Giannikis, ist nun Trainer des 1. FC Saarbrücken und hat das Ziel, am Samstag gegen die Löwen zu gewinnen.
München – Giannikis wird als netter Mensch und fachlich kompetenter Trainer beschrieben, der rund um die Uhr für den Fußball lebt. Viele bei den Löwen waren traurig, als der fränkische Grieche nach nur einem Jahr gehen musste; sein Weggang wurde menschlich als Verlust empfunden.
Sein guter Ruf hat bis ins Saarland gewirkt. Seit Mitte Februar leitet Giannikis die Geschicke beim 1. FC Saarbrücken, und der Spielplan bietet eine interessante Wendung: Am Samstag trifft er nicht nur auf seinen ehemaligen Verein, sondern auch Markus Kauczinski, der ebenfalls eine emotionale Rückkehr erlebt. „Ich freue mich auf das Wiedersehen“, äußert der 1860-Coach. Giannikis war zuvor sein Assistent beim Karlsruher SC und beim FC Ingolstadt. „Wir hatten eine gute, erfolgreiche Zeit zusammen.“
Besonders beim KSC funktionierte die Zusammenarbeit hervorragend, da sie Talente förderten und die Profis voranbrachten: Der Aufstieg in die 2. Liga im Mai 2013 war ein großer Erfolg. Nach einer Episode in der Bundesliga mit Ingolstadt trennten sich ihre Wege, da Giannikis die Verantwortung selbst übernehmen wollte. Seine Karriere führte ihn zu Rot-Weiss Essen, VfR Aalen, sowie zu PAS Giannina und AEK Athen in Griechenland. Im Januar 2024 fand er schließlich seinen Weg nach Giesing, wo der damalige Sportchef Christian Werner von einer „extrem guten Lösung für den TSV 1860“ sprach.
Giannikis lieferte sofort ab: Fünf Siege und drei Unentschieden – ein beeindruckender Start mit einem abstiegsbedrohten Team. Dieses Muster zieht sich durch seine Karriere: Giannikis bringt schnell Struktur und erzielt kurzfristige Erfolge. Auch in Saarbrücken startete er mit zwei Siegen und zwei Remis – ein stabilisierter Abstiegskandidat.
Jedoch folgt oft eine zweite Phase. Bei 1860 gewann er nach dem starken Start (18 Punkte aus acht Spielen) nur eines der nächsten neun Spiele. Auch in Saarbrücken hat der Schwung zuletzt nachgelassen: nur ein Sieg aus den vergangenen sechs Partien.
Giannikis ist mit dem FCS noch nicht ganz auf der sicheren Seite, obwohl der Vorsprung auf die Abstiegsplätze komfortabel erscheint. Saarbrücken profitiert zudem von der Schwäche der Konkurrenz im Tabellenkeller. Ein Sieg gegen 1860 wäre daher sehr willkommen.
Die Löwen hingegen reisen mit einer kleinen Misserfolgsserie an – sie haben fünf Spiele in Folge nicht gewonnen. „Es wird Zeit, dass wir wieder gewinnen“, fordert Kauczinski. Personell wird es knifflig: In der Innenverteidigung gehen die Optionen aus. Reinthaler und Faßmann fallen aus, während Dulic und Verlaat noch nicht bei 100 Prozent sind. Es ist gut möglich, dass der Sechser Philipp Maier zwischen Voet und Schifferl in die Abwehrkette rückt.
Ein weiteres Detail, das zur Geschichte passt: Ein FCS-Insider berichtet: „Die Heimbilanz unter Giannikis ist hervorragend – dort läuft es super. Nur auswärts haben wir große Probleme.“ In Giesing war es lange Zeit genau umgekehrt, bis die Giannikis-Löwen auch auswärts schwächelten. Nach einem 0:4 zum Rückrundenstart musste er gehen – der damalige Sieger war der 1. FC Saarbrücken.