Bayern München besiegt Hamburger SV mit 5:0: Erkenntnisse aus dem Spiel
Der FC Bayern München hat am dritten Spieltag der Bundesliga den Hamburger SV mit 5:0 besiegt. FCBinside präsentiert drei Erkenntnisse aus dieser beeindruckenden Partie.
München – Die Mannschaft aus München ließ dem HSV von Beginn an keine Chance und feierte ein Torfestival gegen den Aufsteiger. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse:
Nicolas Jackson war zum Ende der Transferperiode ein großes Thema bei den Bayern. Dank Uli Hoeneß wurden alle Details des Leih-Deals mit dem FC Chelsea bereits vor seinem ersten Einsatz für die Bayern öffentlich besprochen. Mit dem Anpfiff der zweiten Halbzeit gegen den HSV war es dann soweit: Jackson wurde für den starken Serge Gnabry eingewechselt und gab sein Debüt in der Allianz Arena.
Es war interessant zu beobachten, wie Jackson und Harry Kane die Räume aufteilten. In einigen Szenen bildeten sie eine klassische Doppelspitze, während Kane gelegentlich auch tiefer fiel. In der 64. Minute wurde Kane jedoch ausgewechselt, und Jackson übernahm die zentrale Sturmposition.
Jackson wurde unter anderem für diese Rolle verpflichtet: als Backup für den Top-Torjäger der Bayern. Gegen den HSV hatte er eine Torchance, doch Keeper Heuer Fernandes parierte seinen Schuss aus spitzem Winkel. In mehreren Szenen wurde Jackson gut in Kombinationen einbezogen, während andere Angriffe der Bayern an ihm vorbeiliefen, wie beim Tor zum 5:0 durch Kane, wo Jackson ebenfalls anspielbereit gewesen wäre.
Max Eberl, Sportvorstand des FC Bayern, kommentierte Jacksons Einstand: „Er hatte nicht viel Zeit, um sich einzugewöhnen. Es ist schön, dass er die Möglichkeit hatte, über eine Halbzeit in der Allianz Arena zu spielen. Er hätte sicherlich gerne ein Tor erzielt, aber man merkt, dass er noch Zeit benötigt, um sich an unseren Spielstil anzupassen. Ich glaube, er wird das sehr schnell lernen.“
Es bleibt abzuwarten, ob Jackson auch gegen seine ehemaligen Kollegen von Chelsea am Mittwoch in der Champions League zum Einsatz kommen wird. Sein Auftritt gegen den HSV war vorerst nur ein erstes „Warmlaufen“. Momentan wird er wahrscheinlich weiterhin als Joker fungieren, da die anderen Stars in Bayerns aktueller Stamm-Offensive ihm noch überlegen sind.
Trainer Vincent Kompany setzte in allen bisherigen Bundesliga-Spielen auf dieselbe Startelf. Gegen Hamburg durfte jedoch Aleksandar Pavlovic anstelle von Leon Goretzka in der Mittelfeldzentrale beginnen, was dem Spiel der Bayern gut tat. Mit seinem Tor zum 2:0 setzte Pavlovic ein Highlight. Im Gegensatz zu Goretzka, der sich oft nur auf defensive Aufgaben konzentriert, belebt Pavlovic auch das Offensivspiel der Bayern.
Das Umschalten von Defensive auf Offensive funktioniert mit ihm flüssiger: Er trägt den Ball in die gegnerische Hälfte oder leitet mit klugen Pässen die nächsten Angriffe ein. Es könnte sein, dass Kompany gegen Chelsea wieder auf den robusteren Goretzka setzt und ihm deshalb gegen Hamburg eine Pause gönnte. Möchte der Trainer dem Klub-Weltmeister spielerisch mehr entgegensetzen, sollte Pavlovic auch gegen die Londoner von Beginn an spielen.
Pavlovic hatte in letzter Zeit aufgrund von Verletzungen und Krankheiten gefehlt, zuletzt wegen einer Fraktur der Augenhöhle, weshalb er gegen den HSV mit einer Maske auflief. Nach dem Spiel gegen Chelsea soll die Maske dann endgültig abgenommen werden. Hoffentlich bleibt Pavlovic dann länger von Ausfällen verschont, denn in der Form wie gegen Hamburg ist er für die Bayern unverzichtbar.
Auch Serge Gnabry hatte einen starken Tag gegen den HSV. Sein präziser Abschluss zum 1:0 war der Auftakt zum Torfestival der Bayern. Er zeigte in der ersten Halbzeit bis zu seiner Auswechslung ein starkes Spiel und war stets bemüht, Offensivaktionen zu kreieren.
Seine bisherige Saison kann sich sehen lassen: zwei Tore und zwei Assists in drei Bundesliga-Spielen. Eberl sagte nach dem Spiel über Gnabry: „Serge profitiert enorm davon, dass Vinnie letzten Sommer Trainer wurde.“
Eberl zog einen Vergleich zu Goretzka sowie den mittlerweile abgewanderten Leroy Sané und Kingsley Coman: „Ich meine das nicht negativ, aber sie waren 'verbrannt', es fühlte sich nicht mehr so an. Er hat aus diesen alten Spielern Neuzugänge gemacht. Vinnie hat einfach ein unglaubliches Gespür für die Jungs.“
Die Personalie Gnabry wird für Eberl und den Verein weiterhin interessant bleiben. Gnabrys Vertrag läuft im Sommer aus, ebenso wie der von Goretzka. Sollte Gnabry konstant gute Leistungen zeigen und vielleicht sogar bei der WM im Sommer überzeugen, wäre ein ablösefreier Abgang schmerzhaft. Andererseits zählt Gnabry immer noch zu den Topverdienern bei Bayern und konnte sein hohes Gehalt oft nicht rechtfertigen.
Eberls Vergleich mit Sané und Coman ist bemerkenswert. Am Ende konnte oder wollte der FC Bayern beide nicht halten. So könnte es auch bei Gnabry kommen, es sei denn, er ist bereit, deutliche Gehaltseinbußen hinzunehmen. Das Thema Gnabry wird Eberl – ähnlich wie im letzten Jahr bei Sané – noch länger beschäftigen.