Bayern München bleibt seiner Spielweise treu trotz defensiver Herausforderungen

Bayern München bleibt seiner Spielweise treu trotz defensiver Herausforderungen

Trotz der anhaltenden Schwierigkeiten in der Defensive wird der FC Bayern München im bevorstehenden Champions-League-Halbfinal-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain keinen Kurswechsel in seiner Spielweise vornehmen. Dies entspricht ganz dem Geschmack von Uli Hoeneß.

Am Samstag nahm der Ehrenpräsident Uli Hoeneß, lässig mit Pilotenbrille, auf der Ehrentribüne Platz, neben Karl-Heinz Rummenigge. Ob er am Mittwoch bei dem entscheidenden Duell gegen PSG einen ebenso coolen Auftritt hinlegen wird wie beim 3:3 (1:2) gegen Heidenheim, bleibt abzuwarten. Die Mannschaft von Vincent Kompany benötigt derzeit das Drama.

Die defensive Leistung des deutschen Rekordmeisters sorgt momentan für Besorgnis: In den letzten drei Spielen gegen Mainz (4:3), Paris (4:5) und Heidenheim (3:3) kassierten die Münchner insgesamt elf Gegentore. Steht Kompany und seinem Trainerteam möglicherweise ein Umdenken bevor, um den Spielstil gegen die starke Offensive der Pariser anzupassen?

Nicht, wenn es nach Sportvorstand Max Eberl geht: „Die Grund-DNA einer Mannschaft wirst du nicht ändern und willst du ja auch nicht ändern, deswegen bist du ja so erfolgreich. Und das Spiel gegen Paris am Dienstag war, wenn ich das jetzt etwas salopp sagen kann, pervers geil!“ Eberls klare Botschaft lautet: „Mia bleiben mia!“ Ein weiteres Spektakel scheint somit vorprogrammiert.

Diese Einstellung teilen auch die Spieler, wie der Mittelfeldchef Joshua Kimmich betont. Er räumte nach der Aufholjagd gegen Heidenheim ein, dass die Bayern zu viele Tore kassieren und zu selten zu null spielen. Dennoch ist er sich sicher: „Für die Ausgangssituation gegen Paris ist klar: Wir müssen mit einem Tor gewinnen. Egal ob es wieder ein 5:4, 3:2 oder 1:2 ist. Aber es wird jetzt nicht passieren, dass wir unseren Spielstil, unsere DNA komplett verändern.“

Die Gegentore im Remis gegen Heidenheim und der Niederlage in Paris zeigen Parallelen auf: Das 0:1 fiel durch einen Eckball, während das 0:2 aus einem langen Ball resultierte. Nach dem Doppelpack-Ausgleich von Leon Goretzka führte ein Umschaltmoment der Heidenheimer zu einem weiteren Gegentor.

Wie Eberl bestätigte, reicht oft eine einzige Aktion aus, um das Münchner Mittelfeld zu überlisten. „Am Dienstag haben die Offensiven weniger Fehler gemacht als vielleicht der eine oder andere in der Restverteidigung, wenn ich an das Mittelfeld denke. Es war ja dann doch sehr offenes Visier. Was am Mittwoch kommt, kann ich noch nicht sagen.“ Das 3:3 von Michael Olise in der Nachspielzeit sicherte den Bayern gegen Heidenheim einen Punkt, was gegen Paris jedoch nicht ausreichen würde.

Kompany bleibt optimistisch und betont, dass die „Mentalität“ und der „Glaube“ in seiner Mannschaft stets vorhanden sind. Diese Eigenschaften seien keineswegs selbstverständlich. „Das können und müssen wir ins nächste Spiel mitnehmen. Alles andere sind Details, die wir besser machen müssen.“ Dieses gelebte „Mia san mia“ entspricht genau dem Verständnis von Uli Hoeneß. Mit diesem Selbstverständnis könnte es tatsächlich mit dem Finale klappen.

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