Bayern München zielt auf Triple und trifft auf PSG in der Champions League

Bayern München zielt auf Triple und trifft auf PSG in der Champions League

Der FC Bayern München lässt sich vom Mythos Real Madrid nicht aufhalten. Auf die Triple-Jäger um den patzenden Manuel Neuer warten nun in der Champions League die Titelverteidiger aus Frankreich. Coach Vincent Kompany ist aufgrund einer Sperre nicht an der Seitenlinie.

München - Nach einer dramatischen Nacht, die von Manuel Neuer als „Drama-Nacht“ bezeichnet wurde, steigt die Vorfreude bei den unverwüstlichen Bayern auf die beiden Champions-League-Duelle gegen Paris Saint-Germain. Der deutsche Meister, der sich nach einem emotionalen Weiterkommen gegen Real Madrid in der Vorwoche in der Champions League befindet, will im gefühlten vorgezogenen Endspiel gegen die Titelverteidiger aus Frankreich dem europäischen Gipfel näherkommen.

„Es gibt jetzt nur die allergrößte Aufgabe“, formulierte Trainer Kompany die Herausforderung vor den beiden Begegnungen am 28. April in Paris, wo er wegen seiner dritten Gelben Karte gesperrt ist, und dem Rückspiel in der Münchner Arena am 6. Mai. „Der Glaube, dass wir das schaffen können, ist da.“ So klingt das typische Bayern-Motto „Mia san Mia“.

Die Münchner, die bereits am Sonntag (17:30 Uhr) im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart zum 35. Mal deutscher Meister werden könnten, haben sich in der Königsklasse mit Willenskraft und Widerstandsfähigkeit durchgesetzt. „Bayern München lässt Real Madrid mit leeren Händen zurück und nimmt ihnen ihren Mythos“, schrieb die spanische Sportzeitung „Sport“ nach dem 4:3 (2:3) im Viertelfinalrückspiel gegen die Königlichen.

Der nach nur 35 Sekunden entscheidend patzende Manuel Neuer sprach von einer „Drama-Nacht“ und äußerte sich zur Schiedsrichterleistung, die bei den Madrilenen für Unmut sorgte. Trotz des 2:1 aus dem Hinspiel gerieten die Bayern ins Wanken, was Neuer, nur eine Woche nach seiner Weltklasseleistung, ebenfalls zu verantworten hatte.

„Für mich war es schwierig in der Situation, weil ich den Ball zu Stani spielen wollte, aber ich treffe ihn sehr schlecht. Es war einfach ein Schweineball, den ich gespielt habe“, beschrieb Neuer seinen Fehlpass auf Außenverteidiger Josip Stanisic.

„Das ist natürlich ein blöder Start für mich. Aber ich muss auch versuchen, das wegzustecken und weiterzuspielen, so wie wir es immer machen“, meinte Neuer, dessen Zukunft über diesen Sommer hinaus ungewiss bleibt. Er hob die bemerkenswerte Fähigkeit seiner Mannschaft hervor, Rückschläge zu verkraften, wie etwa die drei Rückstände im Rückspiel gegen Madrid.

„Wir haben wieder viel Charakter gezeigt, absoluten Glauben und Willen, uns zurück ins Spiel zu kämpfen“, sagte Kompany stolz über die Eigenschaften, die in seiner Mannschaft gewachsen sind. „Du beginnst mit dieser Charaktereigenschaft, diesem Glauben, nicht am 15. April. Wir haben es schon so oft in dieser Saison gezeigt. Das ist ein Teil unserer Mannschaft.“

Obwohl Kompany seine Verwarnung nicht nachvollziehen konnte, fand er schnell seinen Humor bezüglich des Innenraumverbots. „Ich kann mich in der ersten Halbzeit vielleicht neben Luis Enrique setzen“, meinte er scherzhaft über das Hinspiel Ende des Monats. Der Trainer von Paris verfolgt gerne die erste Halbzeit seiner Mannschaft von der Tribüne aus, bevor er in der zweiten Halbzeit an die Seitenlinie wechselt.

Welcher seiner Assistenten ihn im Pariser Prinzenpark während des Spiels als Coach vertreten wird, wird Kompany nach einer Teambesprechung klären. „Ich mache mir da aber keine Sorgen. Es bleiben die Spieler, die das Spiel entscheiden“, sagte Kompany.

Gegen Real waren unter anderem die für insgesamt rund 220 Millionen Euro verpflichteten Harry Kane, Luis Díaz und Michael Olise entscheidend. Vereinspräsident Herbert Hainer äußerte sich begeistert über dieses Trio, das auch für den Bundesligatorrekord in dieser Saison verantwortlich ist: „Danach wird sich jeder andere Verein die Finger lecken.“

Auf Kane, Díaz und Olise wird gegen PSG viel ankommen. Auch Jamal Musiala, der lange verletzt war, könnte eine Schlüsselrolle spielen. Nach seiner Einwechslung gegen Madrid belebt er die Offensive der Münchner. Das Spiel gegen Paris wird für den 23-Jährigen besonders sein, da er sich bei der Club-WM 2025 gegen die Franzosen schwer verletzt hatte.

Bereits in der Ligaphase trafen beide Mannschaften in der Champions League aufeinander, wobei die Münchner mit 2:1 in Paris gewannen. „Die beiden besten Teams in Europa treffen aufeinander“, befand Mittelfeldspieler Joshua Kimmich. „PSG ist mit die beste Mannschaft der Welt“, konstatierte Neuer.

Die Münchner sehen sich in der Außenseiterrolle gegen das Team von Luis Enrique. „Wir sind einer der Aspiranten“, sagte Vorstandsboss Dreesen über die Champions-League-Ambitionen. „Wenn einer Favorit ist, dann ist es Paris Saint-Germain.“ Es wäre eine bemerkenswerte Geschichte, sollten die Bayern auch diese Franzosen ausschalten, die 2025 in der Münchner Arena den Champions-League-Titel gewonnen haben. Hainer bemerkte zu Recht: „Wir müssen uns vor niemandem fürchten.“

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