Bayern-Trainer Kompany spricht sich gegen Rassismus aus
München – Bayern-Trainer Vincent Kompany hat mit einer bemerkenswerten Pressekonferenz für Aufsehen gesorgt, die Bewunderung in den eigenen Reihen auslöste.
Der Stürmer von Real Madrid, Vinicius Junior, der häufig in der Kritik steht, wurde offenbar während eines Champions-League-Spiels Opfer rassistischer Beleidigungen. Diese Vorfälle haben Kompany entsetzt, insbesondere da José Mourinho, der Trainer von Benfica Lissabon, den mutmaßlichen Täter in Schutz genommen haben soll.
„Wenn es wahr ist, dass der Spieler von Benfica das gesagt hat, wünsche ich mir, dass es Raum für eine Entschuldigung gibt. Niemand auf der Welt ist perfekt, aber wir berauben uns dieser Möglichkeit. Es gibt immer nur schwarz und weiß“, äußerte Kompany auf der Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel gegen Frankfurt.
Kompany kritisierte vor allem Mourinhos Versuch, eine Teilschuld bei Vinicius Junior zu sehen. Herbert Hainer, Präsident des FC Bayern, äußerte sich ebenfalls zu diesem Vorfall während der Veranstaltung „Night of the Legends“. Am Mikrofon von Sport1 lobte er Kompanys Reaktion auf Mourinho: „Ich habe ihn schon ein paar Mal als Sechser im Lotto bezeichnet, und wenn man sieht, was er heute für ein Statement abgegeben hat, war das intelligent, wohlüberlegt und genau auf den Punkt. Damit hat er viele aufgerüttelt und gleichzeitig Mut gemacht“, so Hainer.
Berichten zufolge wurde Vinicius Junior von seinem Gegenspieler Gianluca Prestianni als „Affe“ bezeichnet, während dieser sein Trikot über Mund und Nase gezogen hatte.
Kompany sprach zwölf Minuten lang auf der Pressekonferenz über die Vorfälle, die in ganz Europa für Aufsehen sorgten. „Ich habe das schon öfter in Interviews gesagt: Vincent Kompany ist nicht nur auf dem Platz, sondern auch neben dem Platz ein großartiger Mensch, der uns sehr gut tut“, so Hainer. Am Samstagnachmittag wird für Kompany nur der Sieg zählen, doch danach wird er sicherlich auch über den Tellerrand hinausblicken.