Borussia Mönchengladbach erleidet Niederlage gegen Eintracht Frankfurt
Borussia Mönchengladbach hat ein spektakuläres 4:6-Debakel gegen Eintracht Frankfurt erlitten. DFB-Youngster Rocco Reitz äußerte sich nach dem Spiel kritisch über die Leistung seiner Mannschaft und forderte eine umfassende Selbstreflexion.
Nach der Niederlage steht Borussia Mönchengladbach nach fünf Spieltagen mit nur zwei Punkten am Tabellenende der Bundesliga. Das Spiel gegen Frankfurt spiegelte die aktuelle Verfassung des Teams wider: offensiv ansprechend, aber defensiv katastrophal. Besonders schmerzhaft für die Gladbacher ist, dass nach einem respektablen Auftritt gegen Bayer Leverkusen Hoffnung auf Besserung bestand.
Doch gegen die Eintracht brach alles zusammen, was zuvor mühsam aufgebaut worden war. Die erste Halbzeit war ein komplettes Desaster, in dem Frankfurt bereits zur Pause mit 5:0 führte. Rocco Reitz ließ nach dem Abpfiff seinem Unmut am Sky-Mikrofon freien Lauf und äußerte sich deutlich: „Das war einfach von allem gar nichts. Wir haben überhaupt nichts auf den Platz bekommen, sei es in der Zweikampfführung, im Willen oder in der taktischen Disziplin.“
Der 23-Jährige, der bereits 17 Mal für die U21-Nationalmannschaft gespielt hat, war „extrem bedient und angefressen“ und bezeichnete die Leistung als „von allem zu wenig bis gar nichts“. Auf die Frage, wie es zu diesem Einbruch nach der positiven Tendenz gegen Leverkusen kommen konnte, analysierte Reitz die taktischen Probleme schonungslos: „Die Räume waren viel zu groß. Das Halbfeld war viel zu offen. Jede Aktion wurde überspielt, und wir mussten ständig nach hinten laufen.“
Besonders die fehlende Zweikampfhärte kritisierte er: „Die entscheidenden Duelle wurden nicht gewonnen, und wir haben immer wieder freie Schüsse zugelassen.“ Reitz machte deutlich, dass Frankfurt die Schwächen gnadenlos ausnutzte: „Wenn du einer Mannschaft wie Frankfurt solche Möglichkeiten gibst, dann bestraft sie dich. Das war verdient und viel zu schlecht für uns.“
Trotz der deutlichen Niederlage zeigte sich Reitz kämpferisch und betonte die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Auch die Trainerfrage um Eugen Polanski, der derzeit als Interimstrainer fungiert, wollte Reitz nicht als Ausrede gelten lassen: „Das hat nichts mit der Trainerfrage zu tun. Jeder muss den Fehler bei sich selbst suchen“, stellte er klar. Seine Botschaft an die Mannschaft war eindeutig: „Da darf niemand mit dem Finger auf andere zeigen.“
In der zweiten Halbzeit, in der Gladbach immerhin vier Tore erzielte, wollte Reitz jedoch keine übertriebenen Erwartungen wecken: „Ich glaube, wenn ich 6:0 führen würde, wüsste ich nicht, wie hoch meine Spannung in der zweiten Hälfte wäre.“ Trotz der Aufholjagd blieb sein Fazit ernüchternd: „Am Ende haben wir trotzdem verloren.“ Der Youngster forderte von sich und seinen Teamkollegen eine sofortige Aufarbeitung: „Das müssen wir schnell abhaken und vergessen. So etwas darf uns nie wieder passieren.“
Blickt man auf die kommenden Aufgaben, muss Borussia Mönchengladbach dringend eine Lösung für die aktuelle Krise finden. Die Worte von Rocco Reitz zeigen, dass das Problembewusstsein im Team vorhanden ist. Ob daraus jedoch eine Trendwende resultiert, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Die nächste Chance bietet sich am 6. Spieltag gegen den SC Freiburg.