Bundesliga im internationalen Vergleich: Warnungen von Sportjournalisten
München – Im Vorfeld der WM 2026 waren Valentina Maceri und Manu Thiele zu Gast in der „WM-WG“ von Absolut Fussball, unterstützt von IPPEN.MEDIA. Die beiden Sportjournalisten äußerten Bedenken, dass die Bundesliga im internationalen Vergleich an Strahlkraft für WM-Stars verloren hat. Auch die Nachwuchsförderung spielt hierbei eine entscheidende Rolle.
Maceri beschreibt den Stellenwert der Bundesliga als einen „Trend“, den man „mit Sorge beobachten sollte“. Ihrer Meinung nach hat die Liga nicht die finanziellen Mittel, um mit den Klubs der Premier League konkurrieren zu können, was unter anderem auf die 50+1-Regel zurückzuführen ist. „Das Paket ist offensichtlich nicht mehr so attraktiv für junge, ambitionierte Stars“, so die Sportjournalistin.
Den FC Bayern ließ sie dabei bewusst außen vor und verwies auf ein weiteres Problem: „Die internationale Strahlkraft des FC Bayern verdeckt, wie abgeschlagen die Bundesliga im Vergleich zu Top-Teams ist.“ Als Beispiel nannte Maceri die vergangene Champions-League-Saison, in der außer den Münchnern kein deutscher Klub eine ernsthafte Rolle spielte.
Thiele erkannte die Problematik an anderer Stelle und äußerte seine Besorgnis über die Zahlen einheimischer U21-Spieler: „Hier steht die Bundesliga tatsächlich in den Top-5-Ligen ganz hinten. Es gibt nicht einmal halb so viele Spieler wie in Frankreich.“ Um den Verlust von WM-Stars zu kompensieren, sollte laut Thiele an dieser Stellschraube gedreht werden.
Die Tatsache, dass die Bundesliga nicht mehr die Vielzahl an WM-Stars repräsentiert, „ist dann so“. Für Thiele ist es jedoch viel wichtiger, den Nachwuchs im Blick zu behalten. „Vielleicht haben wir in vier bis fünf Jahren mehr deutsche U21-Spieler, die unserer Nationalmannschaft zugutekommen können.“ Der Wechsel von Nene Brown zum FC Bayern oder der Neuzugang Brajan Gruda zu Leipzig könnten bereits darauf hindeuten.
Die Bundesliga steht somit vor einer doppelten Herausforderung. Während die finanzielle Konkurrenz aus dem Ausland den Wettbewerb um internationale Topspieler zunehmend erschwert, könnte eine konsequentere Förderung eigener Talente zumindest einen Teil dieser Entwicklung abfedern. Die entscheidende Frage wird sein, ob die Klubs bereit sind, jungen Spielern künftig mehr Vertrauen zu schenken und so neue Stars selbst hervorzubringen.