Bundesliga verliert Boden im Rennen um Champions-League-Startplatz

Bundesliga verliert Boden im Rennen um Champions-League-Startplatz

Nach dem Abschluss der Ligaphase in den drei europäischen Wettbewerben schien die Bundesliga hinsichtlich eines fünften Startplatzes in der Champions League vielversprechend aufgestellt zu sein. Doch nun herrscht Enttäuschung.

München – Zunächst die positive Nachricht für die deutsche Fußball-Bundesliga: Sie wird voraussichtlich auch in den kommenden Spielzeiten zusammen mit der Premier League, der Serie A und LaLiga zu den europäischen Top-4-Ligen gehören. Diese Platzierung sichert sieben Teilnehmer in den drei europäischen Wettbewerben: vier in der Champions League, zwei in der Europa League und einen in der seit der Saison 2021/22 ausgetragenen Conference League.

Obwohl die deutsche Eliteliga seit einigen Jahren konstant den vierten Platz im UEFA-Ranking einnimmt, gibt es in Deutschland höhere Ansprüche. Die UEFA-5-Jahreswertung, die auf einem komplizierten, aber objektiven Punktesystem basiert, ist entscheidend. Die UEFA hat zudem die Einführung zusätzlicher Startplätze für die Ein-Jahres-Wertung in den letzten drei Spielzeiten beschlossen, was die Situation noch interessanter macht.

Die beiden besten nationalen Ligen erhalten einen zusätzlichen fünften CL-Startplatz, während die anderen drei Plätze bestehen bleiben. In der Europapokalsaison 2023/24 haben sich Italien und Deutschland fast sensationell den zusätzlichen Startplatz für die folgende Spielzeit vor England und Spanien gesichert. Doch die beiden Topligen haben schnell zurückgeschlagen und scheinen künftig ein Abonnement auf dieses Privileg zu genießen.

Die Bundesliga hat ihre Chancen jedoch nicht genutzt. Nach dem Ende aller Ligaspiele in den drei Wettbewerben war Fußball-Deutschland optimistisch, dass der fünfte CL-Startplatz in greifbarer Nähe sei. LaLiga und die Serie A, die wie die Bundesliga (Eintracht Frankfurt) einen Teilnehmer verloren hatten, waren zu diesem Zeitpunkt nicht abgeschlagen, hielten sich jedoch auf Distanz. Die Premier League mit fünf sicheren CL-Achtelfinal-Teilnehmern war jedoch bereits weit voraus.

In den ersten Zwischenrundenspielen überholte die spanische Liga die Bundesliga schnell. Spieltag für Spieltag erzielte sie mehr Siege als die Bundesliga. Während die Iberer souverän und mühelos ins Achtelfinale einzogen, erlebte der VfB Stuttgart beispielsweise nach einem beeindruckenden 4:1-Sieg gegen Celtic Glasgow eine ernüchternde 0:1-Heimniederlage.

Wichtige Punkte gingen verloren. Ein bitterer Höhepunkt aus Sicht der Bundesliga war das überraschende Ausscheiden von Borussia Dortmund gegen Atalanta Bergamo (2:0; 1:4). Der Gesamtwert von Bayern München von 10:2 gegen denselben Gegner in der folgenden Runde verdeutlichte die Fehlleistung des BVB. Im Achtelfinale traf es nun den VfB gegen den portugiesischen Tabellenführer Porto (1:2; 0:2) und Bayer Leverkusen gegen den englischen Spitzenreiter FC Arsenal (1:1; 0:2).

Die aktuellen Ergebnisse sind nicht das Hauptproblem – es waren die vielen Fehler zuvor, die diese schwierigen Gegner in dieser frühen Phase der Wettbewerbe beschwert hatten. Nur der FC Bayern, der SC Freiburg (Europa League) und Mainz 05 (Conference League) halten die Fahnen der Bundesliga im Viertelfinale hoch.

Diese drei Vereine spielen eine hervorragende Europapokalsaison, aber sie sind nur drei von sieben. Im Gegensatz dazu sind in der spanischen Liga noch sechs Vereine im Rennen. Obwohl der Vorsprung der spanischen Liga vor der Bundesliga mit nur einem knappen Durchschnittspunkt (20,281 zu 19,428) gering ist, können die drei Bundesligisten diesen Rückstand gegen doppelt so viele spanische Klubs nicht aufholen.

Selbst ein Weiterkommen des FC Bayern gegen Real Madrid und des SC Freiburg gegen Celta de Vigo wird der Bundesliga im Kampf um den fünften CL-Startplatz nicht weiterhelfen. Durch das Aufeinandertreffen des FC Barcelona mit Atlético Madrid wird es in jedem Fall einen spanischen Halbfinalisten geben, was LaLiga automatisch viele Punkte sichert.

Betis Sevilla und Rayo Vallecano gelten in ihren Viertelfinal-Duellen als Favoriten, während man dies von BL-Abstiegskandidat Mainz 05 gegen Racing Strasbourg nicht behaupten kann. Der UEFA-Durchschnittswert der Bundesliga von 19,428 Punkten wird bisher von Bayern (32,75), Leverkusen (22,75), Freiburg (20,50), Dortmund (18,00), Mainz und Stuttgart (je 16,50) sowie Eintracht Frankfurt (9,00) unterstützt.

Ein Triumph in der Champions League würde Bayern über 40 Punkte bringen – aus der Perspektive der Bundesliga werden selbst diese Punkte leider nicht für einen fünften Startplatz in der Königsklasse ausreichen.

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