Das Erbe von Robbéry: Franck Ribéry und Arjen Robben
Der FC Bayern München kann auf zahlreiche Vereinslegenden zurückblicken, doch das Duo Franck Ribéry und Arjen Robben ist eine außergewöhnliche Rarität. Ihre gemeinsame Geschichte begann am 29. August 2009, als sie beim 3:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg erstmals gemeinsam auf dem Platz standen. Ribéry bereitete beide Tore von Robben vor, und damit wurde „Robbéry“ geboren. Diese Partnerschaft sollte den deutschen Rekordmeister über mehr als ein Jahrzehnt prägen und eine der erfolgreichsten Epochen in der Vereinsgeschichte einläuten.
Ribéry, der dynamische Rechtsfuß auf der linken Außenbahn, und Robben, der präzise Linksfuß auf der rechten Seite, bildeten eine scheinbar ungewöhnliche Kombination. Doch gerade diese Umkehrung der natürlichen Positionen machte das Duo so gefährlich. Beide Spieler zogen häufig nach innen, nutzten ihre starken Füße und stellten die gegnerischen Abwehrreihen vor enorme Herausforderungen. Mit ihren Dribblings, Pässen, Flanken und vor allem Toren sorgten sie für Angst und Schrecken bei ihren Gegnern, sei es in der Bundesliga oder in der Champions League.
Der Höhepunkt von „Robbéry“ war die Saison 2012/13 unter Trainer Jupp Heynckes. Nach den schmerzhaften Niederlagen des Vorjahres, als Robben entscheidende Elfmeter im Bundesliga-Gipfel gegen Dortmund und im Champions-League-Finale vergab, trat der FC Bayern umso motivierter auf. Das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League war das Ergebnis einer perfekten Saison, in der Ribéry und Robben ihre Klasse eindrucksvoll unter Beweis stellten.
Das Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund im Wembley-Stadion war der Höhepunkt dieser Saison. In der 89. Minute legte Ribéry geschickt für Robben ab, der den Ball „in bester Stürmermanier“ an Roman Weidenfeller vorbei ins Netz spitzelte und damit den wichtigsten Titel der Vereinsgeschichte sicherte. Dieser Moment symbolisierte eine Ära, in der die beiden Flügelstürmer den FC Bayern zu neuen Höhen führten.
Die Statistiken von „Robbéry“ sind beeindruckend: Ribéry absolvierte 425 Pflichtspiele für den FC Bayern und erzielte 124 Tore, während Robben in 309 Partien auf 144 Tore kam. Gemeinsam standen sie in 183 Pflichtspielen insgesamt 11.359 Minuten auf dem Platz. Ribéry holte im Schnitt 2,29 Punkte pro Spiel, Robben sogar 2,36 Punkte.
Die Titelsammlung ist ebenso beeindruckend: Ribéry gewann neun deutsche Meisterschaften, sechs DFB-Pokale, die Champions League, den UEFA-Supercup und die Klub-Weltmeisterschaft. Robben, der zuletzt Tipps an Karl gab, sammelte acht Meistertitel, sechs Pokalsiege und ebenfalls die großen internationalen Trophäen. Beide wurden zudem Vizeweltmeister mit ihren Nationalmannschaften – Ribéry 2006 mit Frankreich und Robben 2010 mit den Niederlanden.
Als Ribéry und Robben 2019 ihre Karrieren beim FC Bayern beendeten, ging eine Ära zu Ende, die den Verein nachhaltig geprägt hatte. Kaum ein anderes Duo hat „dem Spiel der Bayern stärker seinen Stempel aufgedrückt“. Ihre Nachfolger Kingsley Coman und Serge Gnabry stehen vor der Herausforderung, in große Fußstapfen zu treten, doch die Magie von „Robbéry“ bleibt einzigartig.
Auch Jahre nach ihrem Abschied sorgen gemeinsame Auftritte der beiden für Begeisterung. Beim Beckenbauer-Cup 2025 jubelten 9.500 Zuschauer über die „Wiedervereinigung von Robbéry“. Ribéry und Robben haben den FC Bayern nicht nur neu erfunden, sondern eine Legende geschaffen, die für die Ewigkeit bestehen bleibt. Ihr Vermächtnis lebt weiter in den Herzen der Fans und in der Geschichte des deutschen Fußballs.