Dayot Upamecano steht vor Vertragsverlängerung beim FC Bayern
München – Der französische Vizeweltmeister Dayot Upamecano steht kurz vor der Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrags beim FC Bayern. Nach übereinstimmenden Medienberichten hat sich der 27-Jährige nun endgültig für einen Verbleib beim Rekordmeister entschieden. Damit neigt sich der langwierige Poker um die Zukunft des bulligen Innenverteidigers seinem Ende zu – einem positiven Ende für die Münchner.
Upamecano spielt seit Juli 2021 für den FC Bayern. Zuvor war er bei RB Leipzig aktiv, wo er 2017 vom Schwesterverein Red Bull Salzburg verpflichtet wurde. Während er in seinen ersten Jahren in München als fehleranfällig galt, hat er sich mittlerweile unter Chefcoach Vincent Kompany zum Abwehrchef und unverzichtbaren Leistungsträger entwickelt.
Wegen seines gestiegenen Ansehens gab es immer wieder hartnäckige Gerüchte über seine sportliche Zukunft. Sowohl der französische Serienmeister Paris Saint-Germain als auch der Champions-League-Dominator Real Madrid sollen großes Interesse an Upamecano gezeigt haben. Dies führte dazu, dass sich die Vertragsverhandlungen mit den Verantwortlichen an der Säbener Straße in die Länge zogen, obwohl bekannt ist, dass Upamecano und seine Familie sich sowohl im Verein als auch in der Stadt München sehr wohlfühlen.
Vor Weihnachten schien es, als wären sich die Verhandlungspartner bereits weitgehend einig. Der entscheidende Punkt war weniger das Gehalt, sondern eine mögliche Ausstiegsklausel und deren Wirksamkeit. Nachdem sich Max Eberl, Christoph Freund, Jan-Christian Dreesen, Herbert Hainer und sogar Uli Hoeneß lange Zeit optimistisch über einen weiteren gemeinsamen Weg geäußert hatten, schien diese positive Grundstimmung in den letzten Tagen zunehmend von Frustration über die Hinhaltetaktik der Spielerseite abgelöst zu werden.
Die Spekulationen über Upamecanos Zukunft nahmen zu, während verschiedene Ultimaten von den FCB-Verantwortlichen genannt wurden, jedoch von der Säbener Straße nie offiziell bestätigt wurden. Sportvorstand Eberl äußerte sich am Rande eines Bundesligaspiels in Hamburg (2:2) moderat: „Jetzt muss irgendwann eine Entscheidung her.“ Deutlicher wurde dagegen Ehrenpräsident Uli Hoeneß, der Upamecanos Berater Moussa Sissoko und Marco Lichtsteiner für die Situation verantwortlich machte und klar kritisierte.
Nun scheint die Entscheidung gefallen zu sein. Offiziell verkündet werden muss lediglich, wann der FC Bayern und Upamecano dies bekannt geben. Die Vertragsverlängerung hat Signalwirkung, da der Innenverteidiger als Kompanys Abwehrchef eine wichtige Rolle für die Zukunft des FC Bayern spielt. Für den Rekordmeister ist es zudem eine Bestätigung, dass Spieler von Upamecanos Kaliber weiterhin gehalten werden können, obwohl fast alle europäischen Topklubs hinter ihnen her sind.
Sollte Upamecanos Unterschrift unter das neue Arbeitspapier tatsächlich geleistet werden, könnte wieder Ruhe an der Säbener Straße einkehren. Der gesamte Fokus muss nun auf dem Erreichen der sportlichen Ziele liegen. Meisterschale, DFB-Pokal und Henkelpott sollen am Ende der Saison die Trophäensammlung des FC Bayern schmücken.
Abseits der medial geführten Neiddebatte war es bemerkenswert, wie sehr die Bayern-Bosse, der Chefcoach und Mitspieler (insbesondere Jonathan Tah und Manuel Neuer) für die Vertragsverlängerung Upamecanos gekämpft haben. Dieser Teamgeist ist ein entscheidender Erfolgsfaktor auf dem Weg zu den großen Zielen. Das erneute Wüten des TV-Experten Didi Hamann dürfte in diesem Kontext beim Rekordmeister maximal als lästiger Tinnitus wahrgenommen werden.