Der Niedergang von Borussia Mönchengladbach: Ein Rückblick auf die letzten Jahre
Borussia Mönchengladbach erlebte im Jahr 2021 noch eine Phase als Spitzenteam. Ex-Manager Max Eberl hatte eine positive Entwicklung versprochen, doch seitdem hat der Klub einen merklichen Niedergang erlebt.
Mönchengladbach/Frankfurt – Der Wechsel von Trainer Adi Hütter von Eintracht Frankfurt zu Borussia Mönchengladbach wurde in der Branche zwar nicht von allen Seiten uneingeschränkt begrüßt, fand jedoch auch viel Zustimmung. Der Klub am Niederrhein konnte sich nicht mit Borussia Dortmund oder dem FC Bayern München messen.
Nach drei Champions-League-Teilnahmen innerhalb von sechs Jahren war es Ex-Sportchef Max Eberl gelungen, einen Trainer wie Hütter zu gewinnen. Er hatte eine vielversprechende Perspektive aufgebaut, die den Österreicher überzeugte. Hütter erinnerte sich: „Max Eberl sagte, dass Gladbach ständig um die ersten vier Plätze spielen will. Ich hatte das Gefühl, dass die Perspektive dort besser als in Frankfurt ist.“
Besonders die Person Max Eberl war ausschlaggebend: „Hinzu kam, dass Max einer der erfahrensten Sportdirektoren im deutschsprachigen Raum ist. In Frankfurt fühlte ich mich zu dieser Zeit im luftleeren Raum. Ich musste irgendwann eine Entscheidung treffen und dachte strategisch.“ Letztlich kam alles anders als geplant.
Der heutige Sportvorstand des FC Bayern München legte sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Hütter bezeichnete diesen Verlauf als „Schlag ins Gesicht“. Nach nur zehn Monaten endete auch seine Zeit in Gladbach. Es folgten Daniel Farke und Gerardo Seoane. Während die Borussia seither einen Abwärtstrend verzeichnet, hat sich die Eintracht weiterentwickelt.
Seit 2021 belegte Gladbach die Plätze zehn, zehn, 14 und erneut zehn. Nach einem misslungenen Saisonstart mit nur einem Punkt, null Treffern und fünf Gegentoren rutschte der Verein vorübergehend auf den Relegationsplatz 16 ab. Seoane musste schließlich gehen, da er den Traditionsverein nicht wieder auf Kurs bringen konnte. Die nächste Entscheidung von Eberl-Nachfolger Roland Virkus ist entscheidend.
Andernfalls droht ein langanhaltender und nervenaufreibender Abstiegskampf. Die Konkurrenz hat kräftig aufgerüstet, während Gladbach zahlreiche Lücken nicht schließen konnte. Sturmtank Tim Kleindienst fällt verletzungsbedingt monatelang aus, Ko Itakura spielt mittlerweile bei Ajax Amsterdam, und Führungsspieler wie Jonas Omlin und Julian Weigl haben den Verein verlassen.
Was ist mit der Eintracht? Seit 2021 wurde sie Europa-League-Sieger, erreichte das Champions-League-Achtelfinale und belegte den dritten Platz in der Bundesliga. Bereut Hütter seine Entscheidung heute? Der Verlauf beider Traditionsvereine zeigt, wie schwerwiegend Fehlentscheidungen sein können. Vom Glanz der Jahre 2013 bis 2021 ist am Niederrhein nicht mehr viel übrig geblieben.