Deutschland besiegt Nordirland dank Nadiem Amiri

Deutschland besiegt Nordirland dank Nadiem Amiri

Deutschland stand vor der Gefahr einer weiteren Blamage gegen Nordirland. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte jedoch rechtzeitig die richtigen Wechsel vorgenommen.

Köln – Nach der 0:2-Niederlage gegen die Slowakei stellte sich die Frage, ob die deutsche Nationalmannschaft nur wenige Tage später gegen Nordirland ein anderes Gesicht zeigen würde. Nagelsmann hatte vor dem Anpfiff betont, dass seine Mannschaft Emotionalität zeigen müsse. In Köln war beim 1:1-Zwischenstand gegen Nordirland jedoch wenig davon zu sehen.

Als die Partie drohte, ins Stocken zu geraten und das Publikum unruhig wurde, bewies Nagelsmann ein glückliches Händchen. Besonders die Hereinnahme von Nadiem Amiri in der 61. Minute erwies sich als entscheidender Impuls. Der Mittelfeldspieler von Mainz 05 fand sofort ins Spiel und wurde zum Matchwinner. Der 3:1-Sieg ist eng mit seinem Namen verbunden.

Amiri benötigte keine Eingewöhnungszeit und zeigte die geforderte Emotionalität. Sein Treffer zum 2:1 war der Wendepunkt, und er wurde zudem vor dem Freistoß gefoult, den Florian Wirtz sehenswert verwandelte. Plötzlich lief das DFB-Team, und in der Schlussphase stimmten Mentalität und Intensität.

Diese Leistung blieb nicht unbemerkt. Weltmeister Lothar Matthäus schwärmte nach dem Abpfiff bei RTL von Amiri: „Nadiem Amiri war der Gewinner der deutschen Mannschaft. Er war aktiv und hat viel nach vorne gearbeitet. Ich glaube, dass er sich in den nächsten Spielen einen Platz in der Startelf verdient hätte.“

Auch Edin Terzić, der sein Debüt als Experte beim TV-Sender feierte, lobte den Auftritt des Mainzer Spielgestalters: „Amiri hat das Offensivspiel gemeinsam mit Maximilian Beier sehr belebt. Es war wichtig, dass er die freien Räume genutzt hat. Amiri hat sich das Tor verdient und die entscheidende Phase eingeleitet.“

Der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund erkannte wichtige Details: „Amiri wurde bereits vor seinem Tor dreimal gefoult, weil er mutig war. Er suchte die Eins-gegen-Eins-Situationen und hatte großen Einfluss auf das Spiel.“ Auch Nagelsmann äußerte sich zufrieden: „Nadiem ist immer auf dem Gaspedal. Er hat immer Lust, Spiele zu gewinnen. Das war schon in der U17 oder U19 so. Er kam rein und hatte einfach Bock.“

Der 28-Jährige selbst erklärte nach dem Spiel, wie er sich mental auf seinen Auftritt vorbereitet hatte: „Ich war heiß“, betonte Amiri. „Ich habe mich auf der Bank in die Situation hineingedacht. Meine Motivation war gut, wir mussten die Niederlage wiedergutmachen.“ Die Gegner seien in Duellen gegen Deutschland stets doppelt motiviert: „Wir müssen dagegenhalten und zeigen, dass wir da sind.“

Diese Einstellung war es, die dem deutschen Spiel gefehlt hatte. Während die Startelf über weite Strecken ideenlos agierte und nur beim frühen Führungstreffer durch Serge Gnabry (7.) glänzte, brachte Amiri genau die Qualitäten mit, die Nagelsmann gefordert hatte: Mut im Eins-gegen-Eins, Laufbereitschaft und die nötige Portion Unberechenbarkeit. Doch genau das wirft auch Fragen auf.

Warum musste das Team erst mit dem Rücken zur Wand stehen, um seine wahren Qualitäten zu zeigen? Wo war diese Energie? Amiri bewies, dass in diesem Kader die nötige Klasse und Mentalität vorhanden ist – sie muss nur abgerufen werden. Für Amiri persönlich war es ein perfekter Abend. Er erzielte seinen Debüttreffer zum richtigen Zeitpunkt und krönte damit seine beeindruckende Entwicklung.

Topics

Related news