Deutschland trifft im WM-Sechzehntelfinale auf Paraguay

Deutschland trifft im WM-Sechzehntelfinale auf Paraguay

Im Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird Deutschland auf Paraguay treffen. Dieser Aufeinandertreffen weckt bei deutschen Fans Erinnerungen an frühere Begegnungen mit den Südamerikanern, insbesondere an einen alten Bekannten.

New York – Es war ein denkwürdiges Spiel im Jahr 2002 auf der südkoreanischen Ferieninsel Jeju. Im WM-Achtelfinale traf Deutschland auf Paraguay, und die Übertragung in Deutschland begann um halb neun Uhr morgens. Während es in Asien bereits Nachmittag war, tat sich auf dem Spielfeld wenig. In der 88. Minute erzielte Oliver Neuville das entscheidende 1:0, das für den Einzug in die nächste Runde ausreichte.

Die Deutschen hatten großen Respekt vor dem paraguayischen Torhüter José Luis Chilavert, der zu diesem Zeitpunkt bereits 36 Jahre alt und am Ende seiner Karriere war. Chilavert war bekannt dafür, auch selbst Elfmeter zu schießen und gelegentlich Freistöße zu übernehmen. In 74 Länderspielen erzielte er acht Tore, doch gegen die DFB-Elf konnte er bei einem Freistoß keinen Erfolg verbuchen.

Mit der Gewissheit, dass Deutschland bei der WM 2026 erneut auf die Südamerikaner trifft, erinnert man sich an die Begegnung vor 24 Jahren. Im Fußball kreuzen sich die Wege der beiden Teams selten, doch zu Beginn des 21. Jahrhunderts war Deutschland sehr interessiert am paraguayischen Fußball, nicht zuletzt wegen der auffälligen Persönlichkeit Chilaverts. Besonders bekannt war auch der Stürmer Roque Santa Cruz, der für den FC Bayern München spielte.

Santa Cruz, der mittlerweile 45 Jahre alt ist und immer noch professionell in der heimischen Liga in Asuncion spielt, bleibt unvergesslich als der 17-Jährige, den Uli Hoeneß 1999 für angeblich 10 Millionen D-Mark verpflichtete. Einige behaupteten sogar, es seien Euro gewesen, die zu diesem Zeitpunkt bereits als virtuelle Währung existierten. Mit einer Gitarre und einer Hängematte trat Roque Santa Cruz in München an, begleitet von seinem Vater Aproniano, einem hochrangigen Polizeibeamten.

Der junge Santa Cruz wurde in München schnell zum Schwiegermuttertraum. Vor der WM 2006 spielte er sogar einmal im Bayerischen Kultusministerium, das ein Fußball-Musical im Rahmen des großen Heimturniers planten (was letztendlich nicht zustande kam). Uli Hoeneß sah in Santa Cruz den Nachfolger von Michael Ballack, doch diese Ansicht war nicht allgemein geteilt. Nach acht Jahren trennten sich die Wege von Bayern und dem paraguayischen Spieler, der sogar von der Band Sportfreunde Stiller in dem Song „Ich Roque“ besungen wurde.

Der Paraguay-Fan bei Bayern war Chefscout Wolfgang Dremmler, der das südamerikanische Land als interessanten Markt betrachtete, da die Spieler oft den starken Antrieb haben, ihren bescheidenen Verhältnissen zu entkommen. Ein halbes Jahr vor der WM in Deutschland präsentierte der FC Bayern mit Julio dos Santos einen weiteren paraguayischen Spieler. Uli Hoeneß hatte persönlich sein Okay für den Wechsel (für nur zwei Millionen Euro) gegeben.

Eine Anekdote: FCB-Trainer Felix Magath traf sich heimlich zu einem Essen im Spatenhaus in München – dessen Presseabteilung bot den Münchner Zeitungsredaktionen Fotos davon an. Dos Santos konnte sich in München jedoch nicht durchsetzen. Dennoch gehörte er zum WM-Team 2006, das während des Turniers in der Sportschule Oberhaching untergebracht war. Nach Santa Cruz und dos Santos wandte der FC Bayern seinen Blick vom paraguayischen Markt ab.

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