DFB-Coach Nagelsmann setzt auf Bestbesetzung im letzten Vorrundenspiel gegen Ecuador

DFB-Coach Nagelsmann setzt auf Bestbesetzung im letzten Vorrundenspiel gegen Ecuador

Gruppensieg mit voller Kapelle? DFB-Coach Julian Nagelsmann hat beim letzten Vorrundenspiel gegen Ecuador keine Lust auf Experimente. Der Liveticker.

Mit sechs Punkten und neun Toren steht der Gruppensieg bereits fest. Dennoch nutzt Nagelsmann das letzte WM-Vorrundenspiel gegen Ecuador nicht als Verschnaufpause, sondern als Generalprobe für das bevorstehende Sechzehntelfinale. Wer auf eine umfassende Rotation in der Startelf gehofft hat, könnte enttäuscht werden.

Im Vergleich zu den ersten beiden WM-Spielen werden zwei Positionen neu besetzt, und zwar aus der Not heraus. Antonio Rüdiger rückt ins Abwehrzentrum, da Nico Schlotterbeck aufgrund einer schweren Bänderverletzung am linken Fuß nicht mehr eingesetzt werden kann. Auf der linken Außenverteidigerposition ersetzt David Raum den Frankfurter Nathaniel Brown, der mit muskulären Problemen an den Adduktoren zu kämpfen hat und beim Abschlusstraining in Winston-Salem nur ein individuelles Programm absolvieren konnte.

Die entscheidende Frage vor dem Spiel war: Erhält Deniz Undav endlich seinen Platz in der Startelf? Der Stürmer des VfB Stuttgart hat in nur 58 Minuten Einsatzzeit drei Tore erzielt und steht damit ganz vorne in der Torjägerliste der WM, hinter Lionel Messi (5 Tore), Kylian Mbappe (4) und Erling Haaland (4).

Doch Nagelsmann bleibt seiner Linie treu und kündigte vor dem Duell gegen Ecuador eine klare Startelf an: Undav kommt erneut als Joker zum Einsatz. „Im Laufe des Spiels werden wir wieder versuchen, gute Entscheidungen zu treffen“, sagte der Bundestrainer auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Undav selbst nimmt seine Rolle gelassen hin. „Wenn ich unzufrieden wäre, wäre ich nicht hier“, stellte der 29-Jährige im Rahmen der Medienrunde klar.

Die Entscheidung von Nagelsmann, trotz des gesicherten Gruppensieges auf eine breite Rotation zu verzichten, hat einen klaren strategischen Hintergrund. In den Wochen vor der WM war es „eines der entscheidenden Themen“, dass sich die Mannschaft einspielen müsse, betonte er. Jetzt, nach zwei Spielen, wird genau das in Frage gestellt: „Wir wollen uns auf die K.-o.-Phase vorbereiten.“ Das Sechzehntelfinale folgt bereits vier Tage nach dem Ecuador-Spiel – der Gegner steht noch nicht fest.

Nagelsmanns Plan für das Spiel gegen Ecuador ist also klar: Spielpraxis für die Stammkräfte geht vor der Schonung einzelner Leistungsträger. Zudem wartet auf Deutschland ein historischer Meilenstein. Gewinnt die Nationalmannschaft das Spiel, würde sie zum zweiten Mal in ihrer über 100-jährigen Geschichte zwölf Pflichtspielsiege in Serie erzielen. Die bisherige Bestmarke stammt aus der Ära von Jupp Derwall – aufgestellt zwischen Mai 1979 und Juni 1980.

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