DFB-Fan Markus Kreppold bereitet sich auf die Fußball-WM 2026 vor
In 14 Tagen beginnt die Fußball-WM 2026: DFB-Fan Markus Kreppold wird zu allen Gruppenspielen der deutschen Nationalmannschaft reisen. Ein Fan, ein Land, vier Spiele.
München – Es ist mitten in der Nacht, die Auslosung der WM-Gruppenphase ist abgeschlossen. Markus Kreppold zögert nicht und bucht sofort seinen ersten Flug. Er fliegt nach Houston, um das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der diesjährigen Fußball-WM zu sehen. Der Münchner ist Mitglied des Fanclubs „Monaco Gang“, der seit 2023 als eigenständige Organisation vom DFB anerkannt ist.
Kreppold hat keinen Moment gezögert und seinen eigenen Fanclub gegründet. „Das Interessante ist, dass sich Blaue und Rote zusammengeschlossen haben. Das zeigt, dass man auch gemeinsam für eine Sache stehen kann“, sagt Kreppold in Anspielung auf die Rivalität zwischen den Fans von 1860 und Bayern München. „Es macht sehr viel Spaß.“ Kreppold hat bereits an über 30 Länderspielen teilgenommen. Er war seit 2000 bei jeder Europameisterschaft, 2006 bei der Heim-WM, in Brasilien 2014 und in Russland 2018 dabei.
„Im Endeffekt plane ich schon, seit die Gastgeberländer feststehen.“ Mit der Auslosung im Dezember war klar: Houston, Toronto, New York. Abhängig vom Abschneiden der DFB-Elf könnte auch das Sechzehntelfinale in Boston oder Dallas stattfinden. Eine Stunde nach Bekanntgabe buchte er seinen Flug. Sein Reiseplan ist straff, da er noch nie in den Vereinigten Staaten war und neben den Fußballspielen auch etwas von dem Land sehen möchte. Geplant ist unter anderem ein Besuch bei der NASA in Houston: „Ich war schon als Kind sehr an Raumfahrt interessiert.“
Von der „Monaco Gang“ werden insgesamt acht von 14 Mitgliedern anreisen. Zwei von ihnen reisen mit der Harley zu den Spielen. „Das sind leidenschaftliche Harley-Fahrer und -Fans, die eine ganz spezielle Route wählen“, erklärt Kreppold. Seine Reise hat er vollständig selbst organisiert, was sowohl finanziell als auch zeitlich einen hohen Aufwand bedeutete.
Bei der Unterkunft hat Kreppold versucht, nicht mehr als 100 Euro pro Nacht auszugeben. Die Verpflegung wird voraussichtlich den größten Teil des Budgets beanspruchen. Für die gesamte Reise rechnet er mit Kosten zwischen 5000 und 7000 Euro. Mit unerwarteten Komplikationen vor der Reise kann Kreppold umgehen. Zwei Tage vor unserem Gespräch wurde seine Airbnb-Unterkunft in New York storniert, doch für 50 Dollar mehr fand er eine besser gelegene Alternative.
Überrascht hat ihn die Höhe der Transportkosten vor Ort. Ein Zug vom Stadtzentrum zum Stadion in New York kostet rund 150 Dollar. Über WhatsApp-Gruppen, Fannetzwerke und den DFB wurde schnell eine Lösung gefunden: Ein eigener Bus zum Stadion kostet nur 19 Dollar. „Wir wissen uns zu helfen, und außerdem sind wir alle schon reiseerprobt“, meint Kreppold.
Als Mitglied der Fanclubs Deutsche Nationalmannschaft und „Monaco Gang“ konnte er Tickets der Kategorien 3 und 4 erwerben. Im Durchschnitt bezahlt er 130 Dollar, was im Vergleich zu anderen „Mondpreisen“ relativ günstig ist.
Die politische Situation in den USA lässt ihn nicht unberührt. „Natürlich sollte man sich Gedanken machen und sich über die aktuelle Weltlage informieren.“ Er erinnert sich an die WM 2010 in Südafrika und die Warnungen, die damals verbreitet wurden. „Ich ärgere mich immer noch, dass ich 2010 zu sehr auf die Medienberichte gehört habe, die extrem vor Südafrika gewarnt haben, und aus Angst nicht gefahren bin.“ Freunde von ihm waren vor Ort und schwärmten von dem Turnier.
Seine Entscheidung für die USA hat er mit dem DFB abgesichert: Die Fanclubs erhielten Kontakt zum Auswärtigen Amt und wurden bei einem Event informiert. „Ich lasse mich vom Medien-Hype nicht mitreißen. Ich informiere mich im Vorfeld. Wir haben entschieden, dass es kein großes Risiko ist, von Deutschland in die USA zu reisen.“
Seine Leidenschaft für Weltmeisterschaften besteht schon lange. Bei der Heim-WM 2006 war er beim Eröffnungsspiel in München und betreute 400 Volunteers. „Ich erinnere mich an das tolle Wetter und die tausenden Menschen auf der Leopoldstraße danach. Ich habe jetzt noch Gänsehaut.“ Auch in Brasilien war Kreppold vor Ort. Das legendäre 7:1 wird ihm wohl für immer in Erinnerung bleiben.
„In der Halbzeitpause wurden Lieder angestimmt wie beim Eishockey. Ich war in der Kurve, wir haben Applaus von den Brasilianern rundherum bekommen. Das ist unvergesslich.“ Auf die Begegnungen mit anderen Fans freut sich Kreppold auch in den USA: „Einfach ein tolles Gefühl, wenn Menschen aus verschiedenen Nationen gemeinsam feiern.“