DFB plant Wechsel von Bundestrainer: Nagelsmann soll Klopp weichen
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bereitet sich offenbar auf den Abschied von Bundestrainer Julian Nagelsmann und die Verpflichtung von Jürgen Klopp als Nachfolger vor.
Laut Informationen von Absolut Fussball (in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Rundschau) ist die Ablösung von Nagelsmann im DFB bereits beschlossene Sache und soll bis zum Wochenende vollzogen werden. Der 38-Jährige hat mittlerweile erkannt, dass eine Weiterbeschäftigung nach der WM 2026 aufgrund der öffentlichen Meinung und der internen Bewertungen im Verband unrealistisch ist.
Ein persönliches Gespräch, in dem Nagelsmann über seine Beurlaubung aus dem ursprünglich bis zur EM 2028 laufenden Vertrag informiert wurde, fand bereits am Donnerstag statt. Der DFB hielt diesen Austausch für fair gegenüber dem Trainer, der im Herbst 2023 das Amt übernommen hatte. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat bereits signalisiert, dass er für Nagelsmann nicht mehr die Daumen hebt. Jetzt geht es um die Details der Trennung, auch in finanzieller Hinsicht, da eine Millionensumme fällig ist.
Eine Woche nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2022 in Katar hatte Neuendorf, nach einem Gespräch mit dem damaligen Bundestrainer Hansi Flick, noch sein „volles Vertrauen“ ausgesprochen. Diesen Fehler möchte er nicht wiederholen. Nach zehn Monaten und einer enttäuschenden Episode führte Neuendorf nach einer 1:4-Niederlage gegen Japan zur Entlassung von Flick und verfasste sogar persönlich die Pressemitteilung dazu.
Es folgte Rudi Völler als Übergangslösung, bevor der direkt verfügbare Julian Nagelsmann eingesetzt wurde. Der DFB möchte nun zügig handeln, um ein Vakuum nach Nagelsmanns Abgang zu vermeiden und die angestrebte Verpflichtung von Jürgen Klopp nicht zu gefährden.
Klopp wird von seinem Berater Marc Kosicke aus Bremen betreut, der Nagelsmann bis 2020 begleitet hatte, bevor dieser zu einer großen Spieler- und Traineragentur in Köln wechselte. Am Donnerstag waren Kosicke sowie die DFB-Führungskräfte Neuendorf, Watzke, Sportdirektor Rudi Völler, Geschäftsführer Andreas Rettig und Generalsekretär Holger Blask nicht erreichbar.
Die Verhandlungen mit Kosicke und Klopps aktuellem Arbeitgeber Red Bull sollen jedoch bereits intensiviert worden sein. Dabei könnte das gute Verhältnis zwischen BVB-Präsident Watzke und Ex-Trainer Klopp von Vorteil sein. Die Hoffnung besteht, dass Red Bull Klopp kostengünstig aus seinem bis 2029 laufenden Vertrag als „Head of Global Soccer“ entlässt, was von der Öffentlichkeit positiv gewertet werden könnte.
Vor fünf Jahren hatte der geschäftstüchtige Mintzlaff für den Wechsel von Nagelsmann von RB Leipzig zu Bayern München eine Rekordablöse von 25 Millionen Euro ausgehandelt. Später bedauerte er jedoch, das große Trainer-Talent an einen Konkurrenten abgegeben zu haben. Nagelsmann und die Münchner hatten im Sommer 2021 erheblichen Druck ausgeübt. Im März 2023 wurde er überraschend aus seinem Fünfjahresvertrag bei Bayern entlassen.
Besonders schmerzhaft für Nagelsmann ist, dass ausgerechnet sein möglicher Nachfolger Klopp als TV-Experte bereits vor der WM über ihn sprach und damit eine unangenehme Stimmung erzeugte. In den letzten Pressekonferenzen wirkte Nagelsmann zunehmend gereizt und genervt, was seine Stärke, das Unbeschwerte und Pfiffige, beeinträchtigte.
Im DFB wird mittlerweile die Meinung vertreten, dass Nagelsmann mit 38 Jahren zu jung und unerfahren für diese große Aufgabe war, die ihn offenbar überforderte. Das Interview nach dem Elfmeteraus gegen Paraguay dürfte Nagelsmann als unangemessen empfunden haben. Jetzt steht fest: Er muss gehen.