DFB-Verteidiger Rüdiger über die Erfolgs-DNA der Nationalmannschaft
Die deutsche Nationalmannschaft verfügt zweifellos über viel Talent. Doch was fehlt ihr, um zur Weltspitze zu gehören? DFB-Verteidiger Antonio Rüdiger hat die Antwort.
Winston-Salem – Der letzte Sonntag bei der WM 2026 war ein erfolgreicher Tag für die DFB-Elf. Mit einem beeindruckenden 7:1-Sieg gegen Curacao wurde das erste Gruppenspiel gewonnen, was das Selbstbewusstsein der Mannschaft erheblich steigerte. Plötzlich hatte das Fußball-Deutschland das Gefühl, dass bei dieser WM mehr möglich sein könnte, als nur die Gruppenphase zu überstehen.
Das Mantra, das Joshua Kimmich vor der WM formulierte, wurde erneut bestätigt: „An guten Tagen können wir jeden schlagen“, sagte der DFB-Kapitän vor der Abreise in die USA – und zwar nicht nur gegen Curacao, sondern auch gegen Schwergewichte wie Frankreich oder Spanien. Doch was zeichnet diese Topnationen aus? Wie gelingt es ihnen, in den meisten Fällen zu gewinnen, selbst wenn sie nicht in Topform sind?
Antonio Rüdiger kennt die Antwort. Mit Real Madrid hat er die Erfahrung gemacht, auch in schwierigen Phasen erfolgreich zu sein. Seiner Meinung nach kommt es in solchen Momenten auf die Topstars der jeweiligen Mannschaft an: „Wenn man sich die Profile unserer Spieler anschaut, sieht man, dass genau diese Art von Spielern wie Kylian Mbappé, Jude Bellingham oder Vinicius Jr. immer dann zur Stelle sind, wenn wir sie am meisten brauchen“, erklärte der Verteidiger.
Er nannte die französische Nationalmannschaft als Beispiel, die ähnlich wie Real Madrid auftritt: Oft nicht besonders ansehnlich, aber voller Stars und in der Regel erfolgreich. „So war es gestern bei Frankreich: Sie hatten nicht ihren besten Tag, aber Mbappé erzielt trotzdem zwei Tore. Das ist eine Qualität, die man nicht oft findet.“
Laut Rüdiger hat die DFB-Elf jedoch genügend Spieler mit ähnlichen Qualitäten, um die Erfolgs-DNA von Madrid oder Frankreich auch auf die deutsche Nationalmannschaft zu übertragen. „Ich denke, wir haben auch unsere talentierten jungen Spieler. Ich möchte da keinen großen Druck aufbauen, aber es ist, wie es ist. Spieler wie Florian Wirtz, Jamal Musiala, Kai Havertz und Leroy Sané gehören dazu. Wir brauchen euch!“
Diese Generation der „jungen Talente“ ist zweifellos begabt, hat aber bisher beim DFB nur mäßige Erfolge erzielt. Sané ist am längsten im Team und steht oft in der Kritik, während Havertz sich als Führungsspieler etabliert hat und eine starke Bilanz vorweisen kann (59 Spiele, 24 Tore, 18 Assists). Musiala und Wirtz sind ebenfalls talentiert, hatten jedoch durchwachsene Saisons.
Alle verbindet, dass die Hoffnungen des deutschen Fußballs auf ihnen ruhen, sie jedoch bislang nichts mit der Nationalmannschaft gewinnen konnten. Im weiteren Verlauf der WM sollen sie mit ihrem Potenzial dazu beitragen, den DFB wettbewerbsfähig gegen andere Topnationen zu machen – auch an weniger guten Tagen.