Die Entwicklung von Borussia Dortmund unter Niko Kovac
Die Süddeutsche Zeitung analysiert die Entwicklung von Borussia Dortmund unter der Leitung von Niko Kovac. Welche Veränderungen hat er bewirkt und was benötigt der BVB noch, um erfolgreich zu sein?
Bereits vor dem 4:2-Sieg gegen den FC Kopenhagen thematisierte die Süddeutsche Zeitung die sportliche Situation bei Borussia Dortmund. In einem Podcast wird der Fokus auf die Veränderungen und Entwicklungsmöglichkeiten unter Niko Kovac, die Stärken und Schwächen des Kaders sowie die allgemeinen Aussichten für die laufende Saison gelegt.
Im ersten Abschnitt des Klassikers gegen den FC Bayern München zeigte Niko Kovac eine klare Fehlentscheidung in der Taktik. Sein Team trat mutlos und defensiv auf, und obwohl er zur Halbzeit Anpassungen vornahm, endete das Spiel mit einer 1:2-Niederlage. Es ist nicht das erste Mal, dass Kovac vermeintliche Sicherheit über das Vertrauen in die eigenen Stärken stellt.
Erst wenn sich diese Einstellung ändert und Kovac dem BVB erlaubt, auch gegen starke Gegner selbstbewusst aufzutreten, wird sich das Team zu der Größe entwickeln, die Borussia Dortmund für sich selbst anstrebt. Positives hat Niko Kovac jedoch bereits bewirken können, insbesondere die Qualifikation für die Champions League in der vergangenen Saison, die vor allem seinem Engagement zu verdanken ist.
Darüber hinaus herrscht Disziplin im Kader, was selbst Spieler wie Karim Adeyemi mittlerweile verinnerlicht haben. Adeyemi präsentiert sich derzeit in ausgezeichneter Form, was sicherlich auch auf den Einfluss des Trainers zurückzuführen ist.
Allerdings weist der Kader eine gewisse Unwucht auf. Es gibt zahlreiche Kandidaten für die zentrale Achter-Position, wie Felix Nmecha, Marcel Sabitzer und Julian Brandt, während es für die entscheidende Sechser-Rolle nur Pascal Groß gibt. Zudem verfügen die Flügelspieler Maximilian Beier und Karim Adeyemi über große Geschwindigkeit, die jedoch in den üblichen Spielsituationen, wenn der BVB als Favorit auftritt und der Gegner defensiv agiert, nur selten zur Geltung kommt.
Es mangelt auch an Spielern, die in entscheidenden Momenten „zwingend“ agieren, wie es beispielsweise Joshua Kimmich tut. Viele Mitglieder des BVB-Kaders sind eher als „Akademie-Spieler“ einzuordnen, was die Einschätzung von Freddie Röckenhaus widerspiegelt, der die Verwendung des Begriffs „Mentalität“ vermeiden möchte.
Insgesamt sollte der BVB mit diesem Kader mindestens den zweiten Platz in der Bundesliga anstreben. Der Kampf um den Meistertitel muss nach der Niederlage gegen den FC Bayern München keineswegs als verloren angesehen werden. Vielmehr hat die zweite Halbzeit in München anderen Trainern gezeigt, wie man dem derzeit übermächtig scheinenden FC Bayern begegnen kann. Da auch Bayern in eine Schwächephase geraten könnte – der Kader ist relativ dünn besetzt – sind die aktuell sieben Punkte Rückstand des BVB noch lange keine Vorentscheidung.