Die WM beginnt: Ein Aufruf zur Euphorie für die deutsche Nationalmannschaft

Die WM beginnt: Ein Aufruf zur Euphorie für die deutsche Nationalmannschaft

Die Weltmeisterschaft hat begonnen, und die Stimmung unter den Menschen scheint sich endlich zu heben. Besonders Deutschland ist auf euphorische Fans angewiesen. Ein Kommentar.

Winston-Salem – Der Auftakt war bereits spektakulär: Mexiko gewann das erste Spiel der WM mit 2:0. Dazu gab es mehr Rote Karten (drei) als Tore (zwei), begeisterte Fans im Aztekenstadion, eine Show von Shakira und Feuerwerke in Mexiko-Stadt. Die FIFA weiß, wie man Unterhaltung bietet. Auch wenn es bei dieser WM genug Punkte zum Kritisieren gibt, war an diesem Nachmittag endlich eine große Portion WM-Euphorie und Vorfreude in der Luft.

Für die deutsche Nationalmannschaft ist es nun entscheidend, an diese Euphorie anzuknüpfen. Die Diskussion über die vermeintlich fehlende WM-Stimmung im Land kam viel zu früh. Selbst bei erfolgreichen Turnieren wie zwischen 2006 und 2014 hat niemand Wochen vor dem Start seine Deutschland-Trikots auf den Grill gelegt.

Die Begeisterung, die die deutschen Teams stets getragen hat, entstand vor allem nach den erfolgreichen Auftaktspielen. 2006: 4:2 gegen Costa Rica. 2010: 4:0 gegen Australien. Und 2014, wie jeder weiß: 4:0 gegen Portugal. Diese Ergebnisse haben sich so tief ins Gedächtnis eingeprägt, dass man sie auch heute noch ohne Internetrecherche aufzählen kann.

Für die DFB-Elf kommt es nun gelegen, dass am Sonntag mit Curaçao ein vermeintlich schwächerer Gegner wartet. Natürlich darf die Nationalmannschaft den Gegner nicht unterschätzen, dennoch wäre es nicht vermessen, einen deutlichen Sieg zu fordern. Viele Tore zu Beginn wären nicht nur gut fürs Selbstbewusstsein und die Tordifferenz, sondern würden auch das Land endgültig in WM-Stimmung versetzen.

Mit der Unterstützung der deutschen Fans im Rücken würden auch die anstehenden Spiele gegen die Elfenbeinküste und Ecuador leichter fallen. Gleichzeitig sind auch die Fans gefordert. Diese Mannschaft und der DFB bemühen sich, wieder näher an die Fans heranzurücken. Das zeigen unterhaltsame Pressekonferenzen, wie zuletzt von David Raum und Assan Ouedraogo am Mittwoch oder von Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck am Donnerstag. Sie präsentierten sich frisch, gut gelaunt und voller Tatendrang. Es liegt an den deutschen Zuschauern, die Mannschaft zu unterstützen – und nicht beim ersten Fehlpass von Leroy Sané auf die Barrikaden zu gehen.

Topics

Related news