Diskussion um Manuel Neuer und sein Comeback in der Nationalmannschaft
Die Debatte über ein mögliches Comeback von Manuel Neuer in der deutschen Nationalmannschaft nimmt weiter zu. Der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw hat sich nun ebenfalls zu Wort gemeldet und gibt seinem Nachfolger Julian Nagelsmann einen klaren Ratschlag in dieser wichtigen Diskussion.
„Wenn Manuel Neuer weiterhin auf dem höchsten Niveau spielt, wie wir es zuletzt gesehen haben, bin ich mir sicher, dass Julian Nagelsmann das im Blick hat“, erklärte Löw in der BILD. Er betonte jedoch, dass eine Rückkehr des Bayern-Torhüters nicht aus emotionalen Gründen erfolgen sollte.
„Die Entscheidung darf nicht aus Nostalgie getroffen werden, sondern muss rein sportlich begründet sein. Ich bin mir sicher, dass Julian darüber nachdenkt, Manuel zurückzuholen.“ Der 65-Jährige lobte die aktuelle Form des Bayern-Keepers, wies jedoch darauf hin, dass der richtige Zeitpunkt für ein Comeback entscheidend sei.
„Mit Blick auf die WM 2026 wird er eine Entscheidung treffen müssen, wobei auch der Zeitpunkt eine Rolle spielt. Sollte es zu einem Comeback von Neuer kommen, wäre es sinnvoll, ihn bereits in den letzten Spielen vor der WM einzusetzen. Julian wird sicher über diese Möglichkeit nachdenken.“ Löw weiß aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd solche Entscheidungen sind und wie wichtig der richtige Moment für eine Rückkehr sein kann.
Während seiner eigenen Amtszeit hatte Löw mehrfach ähnliche Situationen zu bewältigen, etwa bei der Rückkehr der 2019 aussortierten Weltmeister Thomas Müller und Mats Hummels, die er zur EM 2021 wieder ins Team holte. „Der Bundestrainer trifft die Entscheidung, daher müsste er den Schritt auf Manuel zugehen. Wenn Julian entscheidet, dass das sinnvoll ist, muss er das Gespräch suchen“, erklärte Löw.
„Das war bei mir mit Mats Hummels und Thomas Müller ähnlich. Wir haben gesagt: Es gab eine Entscheidung, aber aus bestimmten Gründen würden wir diese revidieren. Es ging darum, wer in diesem Moment für das Turnier helfen kann.“ Löw betonte außerdem, dass ein Bundestrainer stets vorausschauend denken müsse, aber auch flexibel bleiben sollte: „Wenn es die Situation erfordert, ist man manchmal gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die man eineinhalb Jahre zuvor nicht geplant hatte.“
Julian Nagelsmann selbst hat kürzlich betont, dass ein Comeback „Stand jetzt“ kein Thema sei, die Tür für Neuer jedoch nicht vollständig geschlossen ist. „Es ist wenig ratsam, über alle möglichen Konstellationen zu sprechen, die im Fußball eintreten können. Es können immer Dinge passieren, die bestimmte Maßnahmen erfordern“, erklärte er vor dem 4:0 gegen Luxemburg.
Der Bundestrainer bestätigte zudem den regelmäßigen Kontakt zu dem Bayern-Kapitän: „Ich habe einen guten Draht zu Manuel. Was die Zukunft bringt, kann ich nicht vorhersagen.“ Fakt ist: Sollte Neuer seine aktuelle Topform beibehalten, wird Nagelsmann die Entscheidung über ein mögliches DFB-Comeback nicht lange aufschieben können – und Löws Rat könnte dabei eine entscheidende Rolle spielen. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)