Ein Rückblick auf das DFB-Pokalfinale und die Feierlichkeiten in Stuttgart
In seiner Kolumne „Druck auf dem Kessel“ blickt VfB-Reporter Niklas Noack melancholisch auf sein Highlight des Jahres zurück.
Stuttgart – Liebe Leserinnen und Leser, die besinnliche Zeit des Jahres steht vor der Tür. Obwohl Weihnachten für mich persönlich nicht von großer Bedeutung ist, werde ich in dieser Zeit oft nachdenklich, insbesondere wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke, in dem der VfB Stuttgart den Reportern viel zu berichten gab.
Mein berufliches Highlight war – wenig überraschend – das DFB-Pokalfinale in Berlin. Dabei beziehe ich mich nicht nur auf die 90 Minuten, in denen der Favorit aus Stuttgart dem Drittligisten Arminia Bielefeld mit 4:2 (3:0) klar die Grenzen aufzeigte, sondern auf alles, was dieses Spiel begleitete.
Die tagelange Vorfreude war unbeschreiblich, als sich die gesamte Landeshauptstadt auf die Feierlichkeiten in Berlin einstimmte. Stuttgart sehnte sich danach, nach der Meisterschaft 2007 endlich wieder einen Titel zu feiern. Von den Büros der Stadt bis zu den Bäckereien im schwäbischen Umland war dies das zentrale Gesprächsthema.
Stichwort Feierlichkeiten: Besonders die zahlreichen Feierbilder bleiben mir in Erinnerung. Trainer Sebastian Hoeneß, der wie ein überglückliches Kind vor der Stuttgarter Kurve im Berliner Olympiastadion umherlief und Luftsprünge machte, war ein eindrucksvolles Bild. Der sonst so besonnene Trainer war einfach nicht zu bremsen.
Ein weiterer denkwürdiger Moment war Angelo Stiller, der in der Mixed Zone seine Fragen mit einer Schwimmbrille beantwortete. Auch das Bankett zur Feier des Tages, das Sportvorstand Fabian Wohlgemut als einer der Letzten um 5:30 Uhr morgens verließ, bleibt mir in bester Erinnerung. Und natürlich die Ankündigung von Jamie Leweling, der vor der jubelnden Menge auf dem Stuttgarter Schlossplatz den Gewinn der Europa League verkündete.
Solche Erlebnisse bereiten einem als Reporter nicht nur Freude, sondern kosten auch viel Kraft. Diese drei Tage waren wohl die arbeitsreichsten meiner beruflichen Laufbahn. Schlaf gab es kaum, aber ich möchte diese Stunden nicht missen. Vielleicht träumen wir zum Jahresende gemeinsam davon, dass sich 2026 in Istanbul Ähnliches wiederholen könnte. Jamie, ich vertraue auf dich.