Ein Rückblick auf ein bewegtes Jahr bei Borussia Dortmund

Ein Rückblick auf ein bewegtes Jahr bei Borussia Dortmund

Das Jahr 2025 war für Borussia Dortmund von zahlreichen Veränderungen geprägt. Anfang Februar übernahm Niko Kovač das Amt des Cheftrainers, was zunächst auf große Skepsis stieß.

Insgesamt absolvierte Borussia Dortmund im Jahr 2025 56 Pflichtspiele. Angesichts dieser Vielzahl an Begegnungen und Erlebnissen können einige Erinnerungen schnell verblassen. Der Jahresauftakt, eine 2:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen, wurde von den BVB-Anhängern und dem Team selbst nur ungern erinnert, da das erste Gegentor bereits nach 25 Sekunden fiel.

Trainer Nuri Şahin sah sich gezwungen, mit einer stark geschwächten Mannschaft anzutreten: Die Innenverteidigung bestand aus Yannik Lührs und Julian Ryerson, während Almugera Kabar auf der linken Seite spielte. Maximilian Beier musste als zentraler Mittelfeldspieler aushelfen. Diese Begegnung gegen den damaligen Meister markierte den Beginn vom Ende für Şahin. Nach drei weiteren Niederlagen gegen Kiel, Frankfurt und Bologna musste der unerfahrene Cheftrainer seinen Posten räumen.

Interimsmäßig übernahm U19-Coach Mike Tullberg und führte die Mannschaft in den Spielen gegen Bremen, Donezk und Heidenheim wieder in sicherere Gewässer. Während des 3:1-Sieges gegen die Ukrainer wurde bekannt, dass Niko Kovač langfristig Şahin ersetzen sollte und somit sein Comeback in der Bundesliga feierte.

Der ehemalige Pokalsieger-Trainer der Eintracht und Double-Gewinner mit dem FC Bayern wurde in Dortmund jedoch nicht gerade begeistert empfangen. Schließlich war Kovač bei seiner letzten Station beim VfL Wolfsburg gescheitert und hatte sich in München mit Klubikone Thomas Müller überworfen.

Darüber hinaus steht Kovač nicht gerade für den offensiven Fußball, der seit den Tagen von Jürgen Klopp das Idealbild in Dortmund darstellt. Einige Fans mochten es auch nicht, dass nach den ehemaligen BVB-Stars Şahin und dem erklärten BVB-Fan Edin Terzić nun ein Trainer verpflichtet wurde, der nicht mit dem Verein aufgewachsen war.

Als Kovač dann mit einem historischen Fehlstart in die Bundesliga begann und gegen Stuttgart und Bochum verlor, bestätigten die Kritiker ihre Vorurteile und die Schadenfreude war groß. Dennoch gab es in der frühen Phase von Kovač auch positive Aspekte.

Der BVB schaltete Sporting in der Zwischenrunde der Champions League aus und zog ins Achtelfinale ein, wo sie den OSC Lille besiegten. In der Bundesliga gelang es Dortmund, gegen Union Berlin und St. Pauli erstmals in der Saison zwei Spiele hintereinander zu gewinnen. Die Mannschaft stabilisierte sich allmählich unter der klaren Führung von Kovač.

Dennoch gab es weiterhin Rückschläge. Die 0:1-Niederlage im Heimspiel gegen Augsburg stellte einen Tiefpunkt dar, und beim 0:2 in Leipzig hatte der BVB genügend Chancen, um für drei Spiele zu gewinnen, scheiterte jedoch am Aluminium und dem Torwart Péter Gulácsi. Ein Wendepunkt war eine äußerst anspruchsvolle englische Woche: Im April spielte der BVB in der Champions League gegen den FC Barcelona und in der Bundesliga gegen den FC Bayern.

In Barcelona wurde dem BVB die eigene Limitierung aufgezeigt. Wenn der eigene Torhüter bei einer 0:4-Niederlage der beste Spieler ist, sagt das alles aus. Kovač unterlag im Duell mit seinem ehemaligen Assistenten Hansi Flick, unter anderem weil er nicht auf eine Dreierkette setzte. Mit diesem Spielsystem hatte Dortmund zuvor die Europapokal-Konkurrenten Mainz und Freiburg besiegt.

Seit dem Spiel im Olympiastadion von Barcelona hat die Viererkette beim BVB ausgedient. Nach der Niederlage gegen Barcelona folgte jedoch ein beeindruckender Aufschwung der Schwarzgelben. In München gelang ein respektables 2:2, und das Rückspiel gegen die Katalanen wirkte wie ein Katalysator: Beim 3:1-Sieg schnupperte der BVB zwar nur kurz an einem Fußballwunder, zeigte aber, was unter Kovač möglich ist.

Mit fünf Siegen in der Bundesliga erreichte der BVB schließlich den vierten Platz in der Champions League, nachdem Kovač die Mannschaft von Platz elf übernommen hatte. "Ich bin schon sehr lange beim BVB, und alle Trainer mögen mir verzeihen, aber was Niko hier geleistet hat, ist eine der größten Trainerleistungen in der Geschichte des BVB", äußerte sich Sportchef Lars Ricken begeistert.

Obwohl Ricken in seiner Begeisterung möglicherweise etwas übertrieben hat, lässt sich Kovač sicherlich nicht mit Größen wie Ottmar Hitzfeld oder Jürgen Klopp vergleichen. Dennoch bleibt seine Bilanz beeindruckend: Seit dem Hinspiel in Barcelona am 9. April hat der BVB nur vier Pflichtspiele verloren. Die Niederlagen gegen Real Madrid bei der Klub-WM, gegen den FC Bayern in der Bundesliga und gegen Manchester City in der Champions League sind jeweils keine Schande.

Lediglich das Aus im DFB-Pokal gegen Leverkusen Anfang Dezember schmerzt wirklich. Ironischerweise spielte der BVB dabei wohl besser als drei Tage zuvor beim Auswärtssieg in der Bundesliga gegen die Werkself. Auch die Kritik an den spielerischen Darbietungen wurde in den letzten Wochen des Jahres lauter.

Kovač verweist dabei routiniert auf "unsere Ausgangssituation": Er übernahm einen krisengeschüttelten BVB, sicherte den Zugang zu den wichtigen Einnahmen der UEFA-Vermarktung in der Champions League und verantwortete eine grundsolide Bundesliga-Saison – all das mit einem Kader, der höchsten Ansprüchen kaum genügt. Bisher war kein Sommer-Transfer ein Volltreffer.

Auch das unruhige Umfeld des BVB sowie kritische Fans sollten sich daran erinnern, wo ihr Verein zu Beginn des Jahres stand. 2025 begann mit einem Gegentor nach 25 Sekunden und einem absteigenden BVB. Es endet mit Niko Kovač als Borussen des Jahres, ohne echte Alternative. Die Vertragsverlängerung bis 2027 hat er sich jedenfalls redlich verdient.

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