Eintracht Frankfurt bleibt am Deadline Day inaktiv

Eintracht Frankfurt bleibt am Deadline Day inaktiv

Eintracht Frankfurt hat am Deadline Day der Transferperiode keine neuen Spieler verpflichtet. Der Klub, bekannt dafür, keine überhöhten Preise zu zahlen, ging leer aus und verstärkte sich weder in der Abwehr, im Mittelfeld noch im Sturm.

Der mit Spannung erwartete Deadline Day verlief ruhig und endete gegen 20 Uhr ohne nennenswerte Aktivitäten. Aus Sicht des hessischen Champions-League-Teilnehmers gab es lediglich zwei bestätigte Transfers: Eric Dina Ebimbe wechselt auf Leihbasis nach Frankreich zu Stade Brest, während Niels Nkounkou nach Italien zum FC Turin wechselt.

Trotz der Inaktivität am letzten Tag der Transferperiode hatte Eintracht Frankfurt versucht, einen Stürmer zu verpflichten. Der dänische Angreifer William Osula von Newcastle United war im Visier, jedoch verlangte der Premier-League-Klub mehr als 30 Millionen Euro. Ein bevorzugtes Leihgeschäft kam nicht zustande, was die Eintracht bedauerte, da sie bereit war, eine einmalige Gebühr von fünf Millionen Euro zu zahlen und weitere 20 Millionen im Falle eines späteren Kaufs.

Die Diskussion darüber, ob Osula der Eintracht tatsächlich weitergeholfen hätte, bleibt hypothetisch. Befürworter heben sein Entwicklungspotenzial und seine Schnelligkeit hervor, während Skeptiker auf seine mageren zwei Tore in 38 Premier-League-Spielen verweisen.

Ein Stürmer wäre für die Eintracht von Vorteil gewesen, insbesondere angesichts der Verletzung von Jonathan Burkardt, der nach einem Bundesliga-Spiel für das zweite Spiel in Sinsheim gegen die TSG Hoffenheim ausfiel. Elye Wahi, der im letzten Spiel als einzige Spitze agierte, vermisste die Durchschlagskraft und vergab eine große Chance, obwohl ein Aufwärtstrend erkennbar ist.

Michy Batshuayi, der im Winter aus der Türkei kam, hat bisher wenig Eindruck hinterlassen und erhält zudem wenig Spielzeit.

Ein weiterer Bedarf besteht im defensiven Mittelfeld, wo der Klub Zuwachs gut gebrauchen könnte. Die Frage bleibt, ob Spieler wie Hugo Larsson, Fares Chaibi, Ellyes Skhiri und Oscar Hojlund die anspruchsvolle Saison mit vielen Spielen auf hohem Niveau meistern können. Insbesondere ist unklar, ob eine echte „Holding Six“ vorhanden ist, da Chaibi umfunktioniert wurde. Zudem nehmen Skhiri und Chaibi mit ihren Nationalmannschaften am Afrika-Cup in Marokko teil.

Es ist jedoch positiv zu vermerken, dass Eintracht Frankfurt keine überhöhten Preise zahlt und nicht in Aktionismus verfällt. Vorstandssprecher Axel Hellmann erklärte: „Wenn wir anklopfen, explodieren die Preise.“ Ein Beispiel ist der dänische Spieler Victor Froholdt, dessen Preis plötzlich auf über 20 Millionen Euro stieg. Auch zuletzt gehandelte Spieler wie Sergi Altimira (Betis Sevilla) und Raphael Onyedika (FC Brügge) konnten nicht verpflichtet werden.

Intern wird auch der verletzte Mario Götze als potenzieller Kandidat für das defensive Mittelfeld betrachtet, wobei er erst wieder fit werden muss.

Der Verein zeigt sich vernünftig, indem er nicht in Aktionismus verfällt. Diese Vorgehensweise könnte auch eine Lehre aus dem letzten Jahr sein, als Eintracht Frankfurt mit Pascal Groß einig war, er jedoch letztlich nach Dortmund wechselte. Sportvorstand Markus Krösche fand daraufhin Mo Dahoud, der jedoch in Frankfurt nicht Fuß fassen konnte.

Die sportliche Leitung vertraut dem aktuellen Kader und hätte ihn nur optimiert, wenn ein talentierter Spieler zu einem angemessenen Preis verfügbar gewesen wäre. Trainer Dino Toppmöller betont: „Wir sind mit der Qualität sehr gut aufgestellt“ und sieht keinen Sinn darin, den jungen Talenten Konkurrenz zu machen.

Die sportliche Führung wird sich daran messen lassen müssen, wie sich die Mannschaft, die furios in die Saison gestartet ist, in einer Phase mit höheren Belastungen schlägt. Kritiker könnten dann anmerken: „Hättet ihr im Sommer lieber einen Stürmer und einen Sechser geholt.“ Doch das Management um Markus Krösche ist darauf vorbereitet. Die Unternehmensphilosophie zielt darauf ab, eine klare Strategie zu verfolgen, ohne gegen die eigenen Überzeugungen zu handeln. Eintracht Frankfurt setzt auf eine Politik der ruhigen Hand.

Darüber hinaus ist es klug, wirtschaftlich einen Puffer zu haben, um möglicherweise im Winter nachlegen zu können oder gerüstet zu sein, falls kein Spieler für hohe Summen den Klub verlässt. Dies erscheint in Frankfurt fast unvorstellbar.

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