Eintracht Frankfurt bleibt nach starkem Saisonstart bescheiden
Eintracht Frankfurt feierte einen überzeugenden 3:1-Sieg bei der TSG Hoffenheim, bleibt jedoch nach dem erfolgreichen Saisonstart bescheiden. Die Frage am bevorstehenden Deadline Day bleibt: Was wird passieren?
Nach einem nahezu perfekten Saisonstart mit sechs Punkten und einem Torverhältnis von 7:2, dem besten seit 2012 unter Trainer Armin Veh, warnt der aktuelle Eintracht-Trainer Dino Toppmöller die Fans, die in ironischem Ton zur deutschen Meisterschaft anstimmen. „Wir sollten die Realität im Auge behalten“, betonte er. „Das mag vielleicht langweilig erscheinen, ist jedoch vernünftig.“
Nach dem souveränen Sieg in Sinsheim, erzielt durch Doppelpacker Ritsu Doan und Can Uzun, sowie einem späten Gegentor von Grischa Prömel, äußerte Toppmöller seine Wünsche nach mehr Spielkontrolle. „Ein Spitzenteam sollte vor dem Tor kaltschnäuziger sein. Ich habe tolle Spielzüge gesehen, aber wir könnten die Anzahl erhöhen“, sagte er.
Er fügte hinzu, dass es unnötig gewesen wäre, wenn Hoffenheims Grischa Prömel in der Nachspielzeit das 2:3 erzielt hätte, „aber das ist auch Jammern auf hohem Niveau“, schloss der 44-Jährige mit einem Lächeln.
Sein Team hatte in entscheidenden Momenten etwas Glück, da zwei knappe Abseitsentscheidungen zugunsten der Eintracht ausfielen. Dennoch zeigten die Hessen, unterstützt von 10.000 Frankfurter Fans, eine reife und abgeklärte Leistung, was auch Hoffenheims Trainer Christian Ilzer neidlos anerkennt. „Gegen die Topteams der Liga reicht es so nicht. Die Eintracht war in vielen Aspekten einen Schritt voraus“, stellte er fest.
Sportvorstand Markus Krösche äußerte sich erfreut über den gelungenen Start: „Wir sind sehr zufrieden.“ Dennoch warnte er vor überzogenen Erwartungen nach lediglich drei Pflichtspielen in einer langen Saison. Ein erstes Fazit wolle er nach zehn Spielen ziehen, „vorher macht das keinen Sinn.“
Krösche bemerkte die gute Harmonie im Team und die geringe Fluktuation im Kader. „Wir sind länger zusammen, die Automatismen greifen“, sagte er. Die Abwehr zeigte sich zuverlässig und stabil, was dem Team Sicherheit gibt. In der Defensive stehen mit Rasmus Kristensen, Robin Koch, Nnamdi Collins und Arthur Theate körperlich präsente Spieler, die zum Erfolg der Eintracht beitrugen. „In Rückstand wird es eklig, sie hat eine unglaubliche Geschwindigkeit und versteht es, kompakt zu verteidigen“, so Ilzer.
Toppmöller lobte ebenfalls die Defensive und betonte, dass die gesamte Mannschaft, insbesondere die Flügelspieler, engagiert verteidigt. „Die Jungs haben Spaß an dem, was sie tun, sowohl mit dem Ball als auch in der Defensive“, sagte er.
Krösche sieht den Schlüssel zum Erfolg in einer optimierten Spielweise, insbesondere im Defensivverhalten. „Wir haben im Anlaufen einen großen Schritt gemacht. Es ist eine ganz andere Intensität zu erkennen“, erklärte er. Auch das Risiko, bei langen Bällen überspielt zu werden, nimmt das Team bewusst in Kauf.
Ein wichtiger Bestandteil des Pressings ist Neu-Stürmer Jonathan Burkardt, der jedoch zu Beginn der Saison aufgrund von Rückenbeschwerden ausfiel. Er soll nach der Bundesligapause in Leverkusen wieder spielen. Mario Götze hingegen hat mit muskulären Problemen zu kämpfen. „Bei Mario wird es eng für Leverkusen“, so Toppmöller über den 33-Jährigen, der sich nach einer Sehnenverletzung aus dem Tottenham-Spiel schwer tut.
Die letzte Frage bleibt, was am Montag, dem letzten Tag der Transferperiode, geschehen wird. Insider erwarten einen aufregenden Deadline Day. Eric Dina Ebimbe wird den Klub voraussichtlich verlassen, da Stade Brest Interesse an einer Leihe mit Kaufoption für sieben Millionen Euro hat. Auch Hrvoje Smolcic und Aurelio Buta stehen vor einem Wechsel. Zudem könnte ein Stürmer und ein „Sechser“ hinzukommen, wobei Raphael Onyedika vom FC Brügge im Gespräch ist. Klar ist: Es bleibt bis Montagabend um 20 Uhr spannend.