Eintracht Frankfurt: Die Herausforderung auf der Sechser-Position
Eintracht Frankfurt bleibt auf der Sechser-Position ohne Neuzugang. Könnte ein in Vergessenheit geratener Spieler nun eine neue Chance erhalten?
Frankfurt – Die Suche nach einem herausragenden Sechser bei Eintracht Frankfurt? Sportvorstand Markus Krösche kommentierte lachend: „Das ist eine Neverending Story!“ Man habe sich mit dieser Position beschäftigt, jedoch auf dem Transfermarkt letztendlich nicht gehandelt: „Im Fußball macht man oft den Fehler, externe Spieler besser zu sehen als die eigenen.“
Genau diesen oft kostspieligen Irrtum möchte man bei den Hessen unbedingt vermeiden. Eintracht Frankfurt hatte Interesse an Spielern wie Jobe Bellingham, James McAtee, Victor Froholdt und Sergi Altimira. Letztendlich fand jedoch keiner dieser Akteure den Weg in die Mainmetropole, was einerseits mit den geforderten Preisen der Klubs zusammenhing.
Andererseits hat Krösche eine klare Forderung: „Wir sollten auf unsere eigenen Spieler schauen. Wie können wir sie entwickeln? Und was passiert, wenn wir sie haben und von außen einen Spieler dazuholen?“ Es wird für die Eintracht zunehmend schwieriger, die Qualität im Kader signifikant zu steigern. Mit den Spielern Hugo Larsson und Ellyes Skhiri hat man sich für die Champions League qualifiziert.
Die Herausforderung, Profis zu finden, die deutlich besser sind als das vorhandene Personal, ist groß und kostspielig. Krösche hat in den vergangenen Transferperioden einen Kader zusammengestellt, der viele Fähigkeiten vereint. Dies gilt auch für das Duo im Mittelfeld. Aber was passiert, wenn das Gerüst zusammenbricht, weil ein Spieler ausfällt?
In der Vorbereitung hat Trainer Dino Toppmöller auf die Verletzung von Skhiri reagiert und Farès Chaibi ins Zentrum gezogen. Mario Götze hat in seiner Karriere ebenfalls schon auf der Acht gespielt, zudem möchte sich Oscar Höjlund weiterentwickeln. Und dann gibt es noch einen Profi, der auf dem Abstellgleis gelandet ist: Mahmoud Dahoud.
Ursprünglich galt er als Verkaufskandidat. Anstatt die Reise in die USA anzutreten, wurde er für Gespräche freigestellt. Dahoud kam im Jahr 2025 bislang auf etwa 80 Minuten Spielzeit. Toppmöller berücksichtigte den 29-Jährigen zuletzt am 5. April (0:2 bei Werder Bremen) im Bundesliga-Kader. Eine klare Erklärung für seinen Rückzug aus der Mannschaft gab es bisher nicht.
Kann Dahoud dennoch überraschen und der Mannschaft helfen? Krösche hat ihn jedenfalls nicht aus den Augen verloren: „Mo hat auf hohem internationalem Niveau bewiesen, dass er helfen kann. Er ist ein tief spielender Playmaker, der technisch versiert ist.“ Der Sportvorstand sieht den Klub daher auch im zentralen Mittelfeld mit „unterschiedlichen Fähigkeiten“ für die Herausforderungen gewappnet.
Dennoch bleibt die Frage, wie dieser Schritt bei Dahoud gelingen soll. Selbst in den ersten beiden Pflichtspielen, die Skhiri verpasste, wurde der ehemalige Nationalspieler von Toppmöller ignoriert und nicht nominiert. Krösche muss den Profi unterstützen, dessen Marktwert von fünf Millionen Euro auf 3,5 Millionen Euro gesunken ist.
Sollte Eintracht Frankfurt nicht vom großen Verletzungspech getroffen werden, werden sich die Wege spätestens im kommenden Sommer endgültig trennen. Dann läuft der Vertrag von Dahoud aus. Eine Karriere, die bei Borussia Mönchengladbach vielversprechend begann, bleibt wohl unvollendet. Ein erfolgreiches Kapitel in Frankfurt? Es wäre beinahe ein Wunder, wenn dieses noch geschrieben wird.