Eintracht Frankfurt: Die Zukunft der Spielmacher-Rolle
Bei Eintracht Frankfurt gibt es derzeit zahlreiche Diskussionen über die Rolle des Spielmachers. Oft wird die Frage aufgeworfen: Can Uzun oder Farés Chaibi? Doch warum ist das so wichtig?
In der vergangenen Saison war Mario Götze in der Rückrunde der entscheidende Spielmacher für die Frankfurter. Nach dem Winterwechsel von Omar Marmoush zu Manchester City musste das Team eine Lücke schließen, die Götze über Wochen hinweg erfolgreich füllte.
Im April erlitt der Weltmeister jedoch eine Verletzung, ein Muskelfaserriss im Oberschenkel wurde diagnostiziert. Die Frage bleibt, wann er wieder vollständig fit sein wird. Auch in den aktuellen Trainingsbildern der Eintracht ist Götze nicht zu sehen. Diese Situation ist zwar enttäuschend für Trainer Dino Toppmöller, eröffnet jedoch anderen Spielern die Möglichkeit, sich zu beweisen, insbesondere Farés Chaibi und Can Uzun.
Götze, der sich dem Ende seiner beeindruckenden Karriere nähert, wird nicht ewig spielen. Daher ist es an der Zeit, geeignete Nachfolger aufzubauen. Warum sollte die Erfolgsformel nicht auch in Zukunft auf Chaibi und Uzun setzen?
Beide Spieler hatten in dieser Saison ihre Herausforderungen. Chaibi enttäuschte zeitweise, wurde jedoch in der entscheidenden Phase als Vorlagengeber sehr wichtig. Uzun zeigte vielversprechende Ansätze, doch der Wechsel von Nürnberg in die Bundesliga gestaltete sich schwieriger als erwartet. Die Diskussionen über die beiden Talente in der Fan- und Journalistencommunity waren oft leidenschaftlich.
Die Eintracht selbst schätzt die Qualitäten der beiden Spieler. Sportvorstand Markus Krösche äußerte kürzlich: „Can ist stark in engen Räumen, kombiniert gut, hat einen präzisen Abschluss und erkennt häufig gefährliche Räume. Farés arbeitet defensiv sehr gut, läuft viel und setzt die Gegner unter Druck. Er spielt präzise letzte Pässe.“
Ein Rückblick auf das Spiel am 13. April, als der 1. FC Heidenheim im Waldstadion zu Gast war. Diese Partie stellte sich oft als Herausforderung für die Hessen dar. Nach den intensiven Europa-League-Spielen gegen die Tottenham Hotspur war die Begegnung gegen den Tabellenletzten als „Sandwich-Spiel“ bekannt. Ein zähes Unentschieden schien möglich.
Doch Toppmöller traf eine kluge Entscheidung: Er gab Götze eine Pause und brachte stattdessen Chaibi und Uzun. Heidenheim hatte mit dieser spielerischen Qualität in der Mitte der Mannschaft Schwierigkeiten. Chaibi war an diesem Tag torgefährlicher, bereitete einen Treffer vor und leitete einen weiteren präzise ein. Das Endergebnis? Ein überzeugendes 3:0!
Uzun hingegen zeigte sich in den Zweikämpfen stark (er gewann fünf seiner sieben Duelle), und 83 Prozent seiner riskanten Pässe fanden den Mitspieler. Diese Mischung aus Mut und Können wird die Eintracht in Zukunft deutlich häufiger benötigen, besonders nach der Champions-League-Qualifikation, wenn die Konkurrenz noch respektvoller auftreten wird.
Ein weiteres Beispiel war das Spiel am 33. Spieltag gegen den FC St. Pauli. Nachdem die Hanseaten in Führung lagen, konzentrierten sie sich auf die Defensive. In der Schlussphase kamen Chaibi und Uzun ins Spiel und leiteten gemeinsam den wichtigen Ausgleichstreffer von Michy Batshuayi ein.
Toppmöller lobte anschließend: „Das Tor war auf höchstem Niveau. Man sieht, wie Can den Ball präzise auf Farés zuspielt, der einen optimalen ersten Kontakt hat und dann den Pass unter Druck zu Michy spielt. Ein tolles Tor.“
Krösche arbeitet bei der Kaderzusammenstellung daran, seinem Trainer alle notwendigen Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen. Ein großes Manko in der Saison 2024/25 zeigte sich gegen Teams wie Bremen, Union Berlin oder Augsburg, die in der Lage waren, die Tempodefizite der Eintracht durch robuste und disziplinierte Verteidigungsarbeit auszugleichen, selbst als Superstar Marmoush noch im Team war.
Könnten Chaibi und Uzun das Traumduo sein, das bislang übersehen wurde? Ihre Kreativität und Spielintelligenz haben bereits zu positiven Beiträgen geführt. Sie könnten in einem System mit Dreierkette und einem Angreifer als hängende Spitzen agieren oder auch in einem 4-1-4-1 oder 4-3-3 auflaufen, wo sie eine spielstarke Schaltzentrale bilden könnten.
Wird Toppmöller diese Kombination in Zukunft noch häufiger in Betracht ziehen?