Eintracht Frankfurt unter Druck nach Niederlage gegen Stuttgart
Eintracht Frankfurt musste nach dem Unentschieden gegen Borussia Dortmund eine weitere Niederlage einstecken, diesmal gegen den VfB Stuttgart. Die Unzufriedenheit im Team wurde besonders deutlich, als Torwart Kaua Santos die negativen Reaktionen seiner Mitspieler zu spüren bekam.
Die Krise bei Eintracht Frankfurt spitzt sich weiter zu. Nach dem 3:3 gegen Dortmund kassierten die Adler am 17. Spieltag der Fußball-Bundesliga erneut drei Gegentore und verloren mit 2:3 in Stuttgart. Mit insgesamt 36 Gegentreffern nach 17 Spielen gehört die SGE, gemeinsam mit dem VfL Wolfsburg, zu den Teams mit der zweit-schwächsten Defensive der Liga (Stand: 14. Januar, 13:55 Uhr).
Kaua Santos, der seit Jahresbeginn wieder die Nummer eins im Tor ist, war maßgeblich an der Niederlage gegen den direkten Konkurrenten aus Stuttgart beteiligt. Beim Führungstreffer der Schwaben ließ der 22-Jährige eine Flanke direkt vor die Füße von VfB-Stürmer Ermedin Demirovic fallen, der aus zehn Metern ins SGE-Tor einschob.
Nach diesem misslungenen Moment folgten weitere Unsicherheiten in der ersten Halbzeit, was dazu führte, dass Santos den Unmut seiner Mitspieler direkt auf dem Feld zu spüren bekam. Innenverteidiger Arthur Theate und Torwarttrainer Jan Zimmermann wiesen den Brasilianer während des Spiels deutlich zurecht.
Obwohl Santos' Fehler beim 1:0 auch Coach Dino Toppmöller verärgerte, kritisierte TV-Experte Didi Hamann die Reaktion seiner Teamkollegen als unangemessen. „Für mich war das eine Demütigung. Er weiß, dass er einen Fehler gemacht hat. Solche Dinge bespreche ich in der Kabine und nicht vor 50.000 Zuschauern. Ich muss den Jungen in Schutz nehmen,“ äußerte sich Hamann zu dem Vorfall.
Nach dem Spiel erhielt Santos jedoch Rückendeckung, insbesondere von Eintracht-Kapitän Robin Koch. „Es war sicher keine einfache Phase für ihn. Er hat lange nicht gespielt und ist jetzt wieder drin. Er ist ein junger Spieler mit großem Talent. Solche Fehler gehören dazu, und ich bin mir sicher, dass er daraus lernen wird,“ sagte der Nationalspieler, der dennoch das direkte Ansprechen von Problemen auf dem Feld nachvollziehen kann.
In der zweiten Halbzeit steigerte sich Santos deutlich und hielt die Frankfurter mit mehreren guten Paraden im Spiel. Dies blieb auch Sportchef Markus Krösche nicht verborgen. „Wir wollen einen offensiven Torwart. In der zweiten Halbzeit hat er sehr gut gespielt und seine Stärken gezeigt. Das war eine gute Reaktion,“ lobte Krösche.
Auch Trainer Toppmöller fand lobende Worte für die zweite Hälfte des Torwarts. „Er hatte einige gute Abwehraktionen und hat uns im Spiel gehalten.“ Dennoch gelang es den Frankfurtern nicht, Punkte aus Stuttgart mitzunehmen, und sie verpassten den Sprung auf die internationalen Plätze nach der 2:3-Niederlage in der schwäbischen Hauptstadt.
Die schwankenden Leistungen der SGE ziehen sich durch die gesamte Saison. Nach der Hinrunde liegen die Südhessen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Besonders in der Defensive gibt es bei der Eintracht, die als einziges Team unter den Top acht mit einer negativen Tordifferenz dasteht, erheblichen Verbesserungsbedarf. Sollte Santos die nötige Konstanz im Tor vermissen lassen, könnte die Torwartfrage in Frankfurt erneut aufgeworfen werden.