El Mala und der BVB: Ein Duell der Talente
Borussia Dortmund empfängt den aufstrebenden 1. FC Köln, während ein Juwel im Fokus steht, das selbst den BVB neidisch macht.
Dortmund – Lennart Karl hat am Mittwoch beim FC Bayern den Rekord von Jamal Musiala als jüngster Torschütze in der Champions League gebrochen. Der 17-Jährige ist derzeit in aller Munde. Doch er ist nicht der einzige aufstrebende Stern am deutschen Fußballhimmel. Auch Said El Mala vom 1. FC Köln sorgt für Aufsehen. In einer verkehrten Welt blickt der BVB neidisch auf den Aufsteiger.
El Mala zaubert mit spektakulären Toren gegen Hoffenheim und Augsburg und sichert damit vier Punkte für die Geißböcke. Internationale Top-Klubs zeigen bereits Interesse an dem 19-jährigen Offensivspieler, und Ablösesummen jenseits der 50 Millionen Euro werden diskutiert.
In nur 245 Bundesliga-Minuten hat El Mala bereits drei Tore und einen Assist erzielt. Zum Vergleich: Beim BVB haben nur Serhou Guirassy und Julian Brandt derzeit mehr Scorerpunkte. Daher werden beim Bundesliga-Topspiel am Samstagabend viele Augen auf El Mala gerichtet sein, auch seitens der Dortmunder.
Erstmals seit vielen Jahren hat der BVB kein herausragendes Talent dieser Kategorie im Kader: 19 Jahre alt, Offensivspieler und mit großem Ablösepotenzial. Julien Duranville, der Belgier, könnte zu dieser Kategorie zählen, fällt jedoch aufgrund ständiger Verletzungen aus. Seit seinem Wechsel nach Dortmund im Januar 2023 hat er nicht einmal 700 Pflichtspielminuten absolviert.
Im Profikader stehen mit Cole Campbell und Almugera Kabar zwei weitere Teenager, die bisher noch keine große Rolle gespielt haben. In der A-Jugend des BVB, unter Neu-Trainer Felix Hirschnagl, sind der 16-jährige US-Amerikaner Mathis Albert und der 17-jährige Italiener Samuele Inácio die Hoffnungsträger für die Zukunft.
Das Problem für den BVB ist, dass der Talentmarkt inzwischen deutlich härter umkämpft ist als in der Vergangenheit. Viele Juwelen wechseln direkt zu den großen Klubs, ohne einen Zwischenschritt zu machen, und die Zahl der „Ausbildungsvereine“, die ein gutes Entwicklungsumfeld bieten, hat zugenommen. Ein Alleinstellungsmerkmal hat der BVB nicht mehr.
Dennoch erklärt dies nicht alles. El Mala war im Sommer 2024 für nur 350.000 Euro zu haben, als der 1. FC Köln den Zuschlag erhielt. Seine herausragende Entwicklung war nicht vorhersehbar – Borussia Mönchengladbach hatte den Shootingstar des Erzrivalen einst aus Mangel an Perspektiven weggeschickt.
In Köln geht man behutsam mit El Mala um, der bisher nur einen Startelf-Einsatz hatte. Cheftrainer Lukas Kwasniok betonte am Donnerstag, dass er das Juwel „im richtigen Moment bringen“ müsse. „Er ist ein ganz guter Junge. Sehr bescheiden, bodenständig und arbeitet hart. Glaubt mir, wir passen auf ihn auf“, fügte er hinzu.
Die Wahrscheinlichkeit eines Startelf-Einsatzes in Dortmund ist durch den Ausfall von Jan Thielmann und das wahrscheinliche Fehlen des erkrankten Linton Maina „etwas gestiegen“, bestätigte Kwasniok. Der BVB muss El Mala am Samstagabend in den Griff bekommen – egal, ob er von Anfang an spielt oder von der Bank kommt und für Wirbel sorgt.
„Der Kleine – das sage ich nicht negativ, sondern weil er jung ist – hat bereits tolle Dinge gezeigt, und wir wissen genau, was er kann“, erklärte BVB-Trainer Niko Kovač auf einer Pressekonferenz in Reaktion auf eine Frage von Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports. „Es geht immer darum, ihn dorthin zu lenken, wo er vielleicht nicht seine Stärken hat.“