Ex-DFB-Kapitän Gündogan kritisiert hohe Belastung für Spieler durch neues Champions-League-Format
Frankfurt – Die neue Champions-League-Regelung führt zu einer immer höheren Belastung für die Top-Spieler. Jedes Team hat in der Gruppenphase nun zwei zusätzliche Spiele, und die Mannschaften, die in die Playoffs einziehen, müssen weitere zwei Partien absolvieren. Bereits vor dieser Änderung gab es kritische Stimmen zu dem vollen Terminplan der Fußballer.
Auch Ilkay Gündogan, ehemaliger Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, äußert seine Bedenken. In einem Statement auf LinkedIn erklärte er: „Zwischen den neuen CL-Formaten, der erweiterten FIFA-Weltmeisterschaft und der Klub-Weltmeisterschaft sowie internationalen Begegnungen bewegen wir uns auf dünnem Eis. Wir kennen noch nicht einmal die langfristigen körperlichen und psychischen Folgen für die Spieler.“
Er fordert einen konstruktiven Dialog zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Wohlergehen der Spieler. „Die Qualität des Fußballs leidet, wenn sich die Spieler nicht ausreichend erholen können“, so Gündogan weiter. Zudem äußerte er Erleichterung darüber, nicht mehr 17 oder 18 Jahre alt zu sein. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass junge Talente heutzutage ihre Karriere mit möglicherweise über 1000 Pflichtspielen beenden könnten. Das ist Wahnsinn“, betonte der Galatasaray-Star.
Seine Worte richten sich klar gegen FIFA und UEFA. Dennoch sieht Gündogan auch positive Aspekte im neuen Champions-League-Format: „Jetzt haben alle Top-Teams bis zum letzten Spieltag gekämpft, da jeder die beste Position für die nächsten Runden erreichen wollte. Sportlich gesehen hat dies den Wettbewerbsgeist deutlich erhöht.“
Gündogan selbst hatte mit seinem Klub Galatasaray beinahe auf dramatische Weise die Champions League verlassen müssen. Trotz eines Drei-Tore-Vorsprungs aus dem Hinspiel und einer Roten Karte für Juventus musste der türkische Spitzenklub in die Verlängerung gehen und konnte sich dabei hauptsächlich auf seinen Topstar Victor Osimhen verlassen. Letztlich schaffte man es mit Mühe in die nächste Runde, wo Galatasaray nun auf den FC Liverpool trifft.