Experten urteilen über Kontroversen beim Bayern-Sieg gegen Chelsea
Die Szene sorgte für viel Aufregung: Jonathan Tah stand beim 3:1-Sieg des FC Bayern über den FC Chelsea im Mittelpunkt einer hitzigen Diskussion. Ein Zweikampf zwischen Tah und João Pedro führte zu Kontroversen, als der Innenverteidiger nach einem Trikotziehen mit dem rechten Arm auswich und Pedro am Oberkörper traf. Schiedsrichter José María Sánchez entschied auf Gelb, was Chelseas Trainer Enzo Maresca nicht nachvollziehen konnte. Er äußerte sich nach dem Spiel kritisch: „Einen anderen Spieler zu schlagen, warum ist es nicht Rot? Muss man für eine Rote Karte erst Blut sehen?“
Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Mark Clattenburg stellte sich hinter die Entscheidung des Schiedsrichters. In einem Interview mit TBR Football erklärte er: „Chelsea war der Meinung, Jonathan Tah hätte vom Platz gestellt werden müssen, nachdem er João Pedro in der Nähe der Mittellinie zu Fall gebracht hatte. Es war jedoch keine Boshaftigkeit, übermäßige Härte oder Gewalt im Spiel, was bedeutet, dass einzig die Verhinderung einer klaren Torchance ein möglicher Grund für eine Rote Karte gewesen wäre.“
Er fügte hinzu: „Angesichts der Entfernung zum Tor und der Möglichkeit eines absichernden Verteidigers ist es unwahrscheinlich, dass die Szene dieses Kriterium erfüllt hat. Daher war die Entscheidung des Schiedsrichters, eine Gelbe Karte zu zeigen, korrekt.“ Clattenburg wies auch darauf hin, dass die Absicht seit Langem aus dem Regelwerk entfernt wurde und Schiedsrichter stattdessen Faktoren wie Härte, Boshaftigkeit, Geschwindigkeit oder die Verhinderung einer klaren Torchance beurteilen sollten.
Tah selbst zeigte Verständnis für die Verwarnung, wies jedoch eine Rote Karte zurück: „Wenn ich ihn im Gesicht treffe, sage ich ja. Aber so: Die Gelbe Karte konnte ich nachvollziehen, das war richtig.“ Unterstützung erhielt er auch von Sportdirektor Christoph Freund, der sagte: „Es hat schlimmer ausgeschaut, weil es in der Bewegung so schnell war… aber es war keine Tätlichkeit.“ Trainer Vincent Kompany äußerte: „Ich dachte, dass sein Trikot gezogen wurde und er versucht hat, sich zu befreien … aber ich könnte parteiisch sein.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)