FC Bayern erreicht Champions-League-Halbfinale nach umstrittener Schiedsrichterentscheidung
München – Der FC Bayern hat mit zwei späten Toren den Einzug ins Halbfinale der Champions League gesichert. Mit einem 4:3-Sieg gegen Real Madrid beendete der deutsche Rekordmeister eine Negativserie gegen die Königlichen. Nach dem Spiel war Real Madrid jedoch verärgert und protestierte heftig gegen die Entscheidungen des Schiedsrichters Slavko Vincic.
Der Auslöser für den Unmut war der Platzverweis gegen Eduardo Camavinga in der 86. Minute. Der Mittelfeldspieler hatte nach einem Foul den Ball in die Hand genommen und für einige Sekunden festgehalten. Vincic wertete dies als Unsportlichkeit und zeigte ihm die Gelbe Karte, ohne zu bemerken, dass er Camavinga bereits zuvor verwarnt hatte. Erst nach Protesten der Bayern-Spieler wendete sich der Schiedsrichter und zückte die Rote Karte, was zu weiteren Protesten führte.
In Überzahl gelang es den Bayern, einen 2:3-Rückstand in einen Sieg umzuwandeln, dank der Tore von Luis Diaz und Michael Olise. Die Madrilenen fühlten sich nach dem Schlusspfiff betrogen. Arda Güler erhielt aufgrund seiner Proteste sogar die Rote Karte und musste von einem Teamkollegen zurückgehalten werden.
Max Eberl, der Sportvorstand des FC Bayern, äußerte volles Verständnis für die Entscheidung des Schiedsrichters. „Wenn er das nicht auf dem Schirm hatte, dann war es eine klare Gelbe Karte, weil er sie dann geben wollte“, betonte Eberl im Interview mit DAZN. In seinen Augen war dies besser, als keine Verwarnung auszusprechen, falls Vincic geglaubt hätte, Camavinga sei bereits verwarnt.
Eberl sieht die Verantwortung auch bei Camavinga. „Er hat zuvor schon zweimal den Ball in die Hand genommen, er hätte ihn einfach liegen lassen und weggehen sollen“, meinte Eberl. Für den Bayern-Boss spielt dies jedoch keine Rolle, denn sein Team ging als Sieger vom Platz und darf weiter von der Möglichkeit träumen, das Triple zu gewinnen.