FC Bayern München setzt Rekordjagd fort
Selbst an der oft wenig geschätzten Spielstätte in Frankfurt setzt die Rekordjagd des FC Bayern München fort. Die Münchner zeigen sich trotz des klaren Sieges selbstkritisch.
Frankfurt / München – Mit einem 3:0-Auswärtssieg im Waldstadion konnte der "Angstgegner" Eintracht Frankfurt die beeindruckenden Rekordbayern in dieser Saison nicht aufhalten. Der früheste Treffer der Saison 2025/26 durch Luis Díaz nach nur 15 Sekunden legte den Grundstein für den Sieg des Rekordmeisters. Harry Kane traf in der 27. Minute, bevor Díaz in der 84. Minute erneut erfolgreich war und damit den verdienten Triumph perfekt machte.
Im Herbst 2025 dreht sich beim FC Bayern alles um Rekorde: Manuel Neuer hat in Frankfurt seinen Freund Thomas Müller eingeholt, der nun den Rekord für die meisten Bundesligasiege hält. Es ist unwahrscheinlich, dass Neuer bei seinen derzeit 362 Siegen stehen bleibt. Müller selbst hat sich in der vergangenen Woche als Kanadischer Meister mit nun 35 Titeln zum erfolgreichsten deutschen Fußballer der Geschichte gekrönt.
Die zehn Siege in den ersten zehn Pflichtspielen der Saison 2025/26 stellen einen neuen Vereinsrekord dar, der in den kommenden Heimspielen gegen Borussia Dortmund (BL) und den FC Brügge (CL) möglicherweise in einen „Europarekord“ umgewandelt werden kann. Kanes elf Tore nach sechs Spielen sind ebenfalls ein Bundesligarekord, ebenso wie die sechs FCB-Siege mit einem Torverhältnis von 25:3. Trotz der beeindruckenden Leistung zeigen sich Mannschaft und Trainer selbstkritisch. Vincent Kompany brach sogar seine eigenen Regeln und lobte einen einzelnen Spieler besonders.
„Wir haben heute sehr stabil und gut gespielt. Die Energie war gut, und die Jungs haben in vielen Momenten stark in der Box verteidigt. In der zweiten Halbzeit kam wieder diese Spielfreude und Energie nach vorne. Das gibt uns eine starke Basis. Wir versuchen, unsere besten Leistungen zu erbringen. Wir haben gewonnen, und ich freue mich darüber. Heute gebührt das Lob auch Lucho Díaz. Er war von der ersten Minute an aktiv, selbst wenn er nicht getroffen hat. Diese Energie strahlt auf die gesamte Mannschaft aus. Solche Spieler braucht man, die Woche für Woche Leistung bringen“, sagte Kompany.
„Der zehnte Sieg in Folge – natürlich fragt man sich, was man noch besser machen kann. Das ist immer das Thema: Wie können wir uns weiterentwickeln und was ist der nächste Gegner? Wir schauen nach vorne, bereiten uns vor und überlegen, was wir aus dem Spiel mitnehmen können, während wir auch die positiven Aspekte betrachten“, fügte er hinzu.
„Heute war es ein souveräner Auswärtssieg. Wenn wir in der Box verteidigt haben, war es nie wirklich gefährlich. Das haben wir sehr gut gemacht. In der ersten Halbzeit haben wir die Bälle gut herausgespielt, und in der zweiten Halbzeit die Konter effizient genutzt. Das dritte Tor war ein schönes Beispiel dafür, wie wir vom Verteidigungs- in den Angriffsmodus umschalten und eiskalt zuschlagen können. Das Selbstverständnis im Spiel ist momentan groß. Die Abläufe sind klarer geworden. Egal, wer spielt oder eingewechselt wird – jeder weiß genau, was auf seiner Position zu tun ist. Das hilft enorm, weil die Automatismen greifen und man sich gegenseitig besser coachen kann“, erklärte Kompany weiter.
Serge Gnabry äußerte sich im ZDF-Sportstudio über seine Verletzung nach der Auswechslung: „Ich erhole mich gerade – ich habe einen Schlag abbekommen. In ein paar Tagen sollte alles wieder gut sein. Kein Problem also für die Nationalmannschaft, ich bin am Montag dabei.“
„Heute war es wieder eine starke Leistung. In der ersten Halbzeit war es wichtig, mit 2:0 in Führung zu gehen, auch wenn wir mit dem Ball nicht überragend gespielt haben. In der zweiten Halbzeit hatten wir ein besseres Tempo, standen enger zusammen und haben mehr Chancen kreiert. Wahrscheinlich hätten wir das Spiel früher entscheiden müssen. Aber drei Auswärtstore und kein Gegentor sind ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Ich denke, die Mannschaft wird von Woche zu Woche besser. Siege bringen Energie, und die müssen wir festhalten. Das Gefühl in der Mannschaft ist klar: Wir wollen weiter pushen – und das hat man heute wieder gesehen“, betonte Gnabry.
„Wir versuchen, von Woche zu Woche besser zu werden, aus jedem Spiel zu lernen und im nächsten wieder einen Schritt nach vorne zu machen. Ich glaube, das hat man heute gesehen. Es ist nicht einfach, hierherzukommen und so ein Spiel abzuliefern. Es ist immer hart, weil die Mannschaft gut ist, die Atmosphäre stark ist und sie es uns schwer machen“, schloss Gnabry.
Stellvertretend für die aktuellen „Rekordbayern“ äußerte sich der Nationalspieler kritisch zur Anfangsphase des Spiels, in der nicht nur der Führungstreffer fiel, sondern auch ein Aluminiumtreffer und ein Abseitstor durch Kane verzeichnet wurden: „Wir sind schwierig ins Spiel gestartet, die ersten fünf bis zehn Minuten waren nicht ideal. Aber dann sind wir immer besser reingekommen. Die zweite Halbzeit war wirklich auf höchstem Niveau – mit und ohne Ball, einfach top. Genau so wollen wir weitermachen.“