FC Bayern München: Starker Saisonstart und Teamgeist

FC Bayern München: Starker Saisonstart und Teamgeist

Der FC Bayern München hat einen nahezu perfekten Saisonstart hingelegt, der möglicherweise zu einer außergewöhnlichen Saison führen könnte, wie es beim Rekordmeister schon lange nicht mehr der Fall war.

In München könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Mannschaft unbesiegbar ist. Die Statistiken sprechen für sich: Fünf Bundesligaspiele, zwei Champions-League-Partien sowie eine Begegnung im Supercup und im DFB-Pokal wurden allesamt gewonnen. Dass es in Wiesbaden einige Unsicherheiten gab, kann dabei vernachlässigt werden.

Die Münchner präsentieren sich in dieser Spielzeit so homogen wie lange nicht mehr, obwohl der Kader auf dem Papier schwächer geworden ist. Oder vielleicht gerade deswegen? Spieler wie Leroy Sané, Thomas Müller und Kingsley Coman sind nicht mehr Teil des Teams, während junge Talente wie Lennart Karl und Wisdom Mike nun auf dem Platz stehen.

Die hungrigen Nachwuchsspieler tragen zur hervorragenden Stimmung innerhalb der Mannschaft bei, die so positiv ist wie selten zuvor. Dies zeigt sich auch darin, dass einige Spieler, einschließlich Trainer Vincent Kompany, gemeinsam in ihrer Freizeit auf der Wiesn waren – ein Bild, das in den vergangenen Jahren unter verschiedenen Trainern nicht zu sehen war. Kompany hat das Team wieder zu einer Einheit geformt.

Der Trainer vertraut seinen Spielern sowohl auf als auch neben dem Platz, wie er bei einer Pressekonferenz am Montagabend in Limassol verriet. „Es ist das Vertrauen in den Kader, dass die Jungs zeigen wollen, wie gut sie sind“, so der Belgier. „Es herrscht eine gesunde Konkurrenz.“ Daher setzt Kompany in dieser Saison verstärkt auf Rotation.

Es ist jedoch auch wichtig zu erwähnen, dass der Trainer in der vergangenen Saison unter deutlich mehr Druck stand. Kompany übernahm ein Team, das stark verunsichert war, drei Trainer in drei Jahren erlebt hatte und dessen Kaderstruktur angepasst werden musste. Als junger Coach in seiner ersten Position bei einem Top-Klub musste er liefern.

Das gelang ihm größtenteils. Das Ausscheiden im Viertelfinale der Champions League gegen Inter Mailand wurde auf Verletzungen zurückgeführt, und auch das Pokal-Aus gegen Bayer Leverkusen war verkraftbar. Wichtig war, nach dem dritten Platz im Vorjahr in der Liga wieder die Spitzenposition einzunehmen.

Die Klub-Weltmeisterschaft nach dieser langen Saison kam der Mannschaft ebenfalls zugute, da sie den Teamgeist förderte. Dies stellte bereits Kapitän Manuel Neuer in den USA fest. Dieser neu entfachte Teamgeist könnte die Münchner durch die Strapazen der langen und aufgrund der fehlenden Vorbereitung untypischen Saison tragen.

Natürlich hat der FC Bayern noch keine zehn Pflichtspiele absolviert, und die Titel werden, wie gewohnt, erst am Ende der Saison vergeben. Doch eine FCB-Mannschaft, die mit solch einer Freude und gleichzeitig Konstanz agiert, hat man an der Säbener Straße lange nicht mehr gesehen.

Vor der Länderspielpause steht für die Münchner am Samstag ein Spiel gegen Eintracht Frankfurt an, bevor Borussia Dortmund in die Allianz Arena kommt. Dann wird sich zeigen, ob die Stimmung und der Teamgeist tatsächlich gefestigt sind. Denn es gehört zur Wahrheit: Bisher musste der FC Bayern in dieser Saison noch keine echte Resilienz beweisen – aber genau darauf wird es im weiteren Verlauf der Saison ankommen.

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