FC Bayern: Rückkehrer im gesunden Konkurrenzkampf
Spieler und Trainer des FC Bayern München zeigen sich begeistert vom starken Teamgeist. Der "gesunde Konkurrenzkampf" gilt auch für die Rückkehrer wie Jamal Musiala und andere.
Um den Teamgeist zu erleben, gibt es kaum einen besseren Ort als das Oktoberfest. Bei regelmäßigen Anstößen auf die Gemütlichkeit und tiefgründigen Gesprächen findet man schnell seinen Platz in der Runde. So war der traditionelle Käfer-Nachmittag des FC Bayern am letzten Tag des Oktoberfests besonders wertvoll für die Langzeitverletzten wie Alphonso Davies, Hiroki Ito und Jamal Musiala. Sie waren nicht als Reha-Patienten am Rand, sondern als Tischnachbarn der Kollegen, die derzeit in allen Wettbewerben erfolgreich sind, sodass die Abwesenheit der drei Schlüsselspieler kaum auffiel.
Der Sonntag war kein gewöhnlicher Tag, sondern ein wohlverdienter Feiertag, der bunte Bilder lieferte. Diese dokumentieren, dass das bereits so dominant auftretende Team des FC Bayern theoretisch noch besser werden kann. Die drei prominenten Rückkehrer lächelten in die Kamera und grüßten die (Fußball-)Welt: "Hallo! Wir sind auch noch da!"
Die Rehabilitation verläuft so positiv, dass Sportvorstand Max Eberl vor wenigen Tagen erklärte: "Wir haben die ernsthafte Hoffnung, dass alle drei noch in diesem Jahr auf dem Platz stehen können." Die Frage, die sich seit dem beeindruckenden 3:0-Sieg am Samstag in Frankfurt stellt, ist jedoch klar: Wo werden sie spielen?
Im Fall der beiden Abwehrspieler ist die Antwort einfacher. Davies kann sich nach seinem Kreuzbandriss Zeit nehmen, um wieder volles Vertrauen in sein Knie zu gewinnen, während das erfolgreiche Jobsharing zwischen Konrad Laimer, Raphael Guerreiro und Sacha Boey gut funktioniert. Auch Ito muss nach seinem zweiten Fußbruch nichts überstürzen, solange Dayot Upamecano, Minjae Kim und Jonathan Tah gesund bleiben. Bei Musiala ist die Situation jedoch komplizierter. Der Superstar hat den Anspruch, schnell wieder Stammspieler zu werden. Da die Offensive derzeit so stark funktioniert – 25 Tore nach sechs Spieltagen sind historischer Liga-Bestwert – wird auch der 22-Jährige zunächst seine Leistung unter Beweis stellen müssen.
Joshua Kimmich hat in Frankfurt verraten, dass niemand im funktionierenden System von Vincent Kompany sicher ist. Auch der Vize-Kapitän musste bereits zweimal auf der Bank Platz nehmen, was nicht freiwillig geschah. "Ich bin jemand, der gerne alle drei Tage spielt", sagte Kimmich lächelnd und erklärte den "gesunden Konkurrenzkampf": "Es ist momentan besonders, Teil des Teams zu sein. Jeder, der auf der Bank sitzt, möchte Teil des Teams sein." Kompany wechselt gerne durch, betont jedoch: "Das ist keine Rotation, sondern ein Wettbewerb." Laut Kimmich hat der 39-Jährige diesen Wettbewerb so gut im Griff, dass die Spieler auf der Bank nicht darauf hoffen, dass der Konkurrent nicht spielt, sondern versuchen, "wenn sie selbst spielen, einen Tick besser zu sein als die anderen".
Im Fall von Musiala bedeutet das, besser zu sein als Harry Kane, der in seiner neuen Rolle glänzt. Besser als der aufstrebende Luis Diaz. Besser als der weltklasse Techniker Michael Olise. Besser als der wiedererstarkte Serge Gnabry. Eines ist sicher: So gemütlich wie ein Wiesn-Tag wird das nicht!