FC Bayern Scouts Talent in Ecuador
Der FC Bayern München ist aktiv auf der Suche nach Talenten in Ecuador. Jochen Sauer, Leiter des FC Bayern Campus, vergleicht den ecuadorianischen Fußball mit dem kroatischen Markt in Europa und fragt sich, ob der Rekordmeister dort einen neuen Star entdecken kann.
Obwohl die Entfernung von über 10.000 Kilometern eine Herausforderung darstellt, ist es kein Zufall, dass Sauer sich im ecuadorianischen Fußball bestens auskennt. Im Rahmen des Joint Ventures „Red&Gold“ ist er verantwortlich für die Partnervereine, die der FC Bayern und der Los Angeles Football Club weltweit unterstützen, darunter auch die Sociedad Deportiva Aucas aus Quito. Sauer ist überzeugt davon, dass die deutsche Nationalmannschaft an diesem Donnerstag die hohe Talentdichte Ecuadors zu spüren bekommen wird: „Ecuador ist ein kleines Land, aber die Dichte an Fußballtalent ist sehr hoch.“
Die Bayern haben ein besonderes Interesse an Südamerika, insbesondere an Regionen mit großem Potenzial. Nach Uruguay, wo sie bereits den Racing Club de Montevideo ins Visier genommen haben, richtet sich der Fokus nun auf Aucas mit dem klaren Ziel, den nächsten Star aus Ecuador zu finden. „Die Spieler entwickeln sich dort so gut, dass sie in Europa relativ schnell auf Profinniveau zurechtkommen“, erklärt Sauer und verweist auf Talente wie Willian Pacho, der in Frankfurt und Paris spielt, sowie Piero Hincapie, der bei Bayer Leverkusen und dem FC Arsenal aktiv ist.
Sauer beschreibt den Fußball in Ecuador als „athletisch, taktisch und von hoher Intensität“, bereits in der Jugend. Im Gegensatz zu Afrika, wo oft der Wettbewerb und die taktische Ausbildung fehlen, sind die Ligensysteme in Ecuador „auch im Nachwuchs sehr gut organisiert“. Ähnlich wie in Brasilien und Argentinien wird in Ecuador früh „auf taktisch hohem Niveau“ gespielt. Sauer vergleicht dies gerne mit Kroatien, das regelmäßig in der K.o.-Runde großer Turniere vertreten ist. „Der Markt ist dennoch klein und überschaubar, was das Scouting erleichtert“, fügt er hinzu.
In Bezug auf die mögliche Leistung Ecuadors bei der WM-Teilnahme 2030 oder 2034 hat Sauer klare Vorstellungen. Er wagt auch eine Prognose für das Finale der Gruppe E: „Deutschland wird mit Engagement, Dynamik, Athletik und Leidenschaft konfrontiert.“ Zum Glück steht für die Mannschaft nichts auf dem Spiel.