FC Bayern: Strategien zur Elimination von Paris Saint-Germain im Champions-League-Halbfinale
München – Sebastian Friedl, Leiter der Spiel- und Taktikanalyse am Internationalen Taktik-Institut (IFI), hat erläutert, wie der FC Bayern im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain (PSG) erfolgreich sein kann. Nach einem knappen Viertelfinalspiel gegen Real Madrid (2:1, 4:3) ist die Sorge groß, dass der Titelverteidiger PSG den Münchnern noch gefährlicher werden könnte.
Die zentrale Frage lautet: Wie kann die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany die PSG-Offensive rund um den Weltfußballer Ousmane Dembélé stoppen? Friedl betont, dass Bayern zwei herausragende Abende benötigt, an denen sie ihr volles Leistungspotenzial abrufen und gleichzeitig defensiv diszipliniert auftreten. "Es wird entscheidend sein, gegen die außergewöhnliche Offensivabteilung der Pariser möglichst wenig zuzulassen. Eine gut strukturierte Defensive ist der Schlüssel, wobei das Mittelfeld eine zentrale Rolle spielen wird", erklärt er.
„Wenn Vitinha, Fabian Ruiz und Joao Neves fit sind, dann hat PSG meines Erachtens das momentan beste Mittelfeld der Welt. Aufgrund ihrer ausgeprägten Passsicherheit und Pressingresistenz müssen insbesondere Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic sowie Jamal Musiala von der Zehn konzentriert und fleißig arbeiten“, fügt Friedl hinzu.
Die Offensivkräfte der Münchner sind ebenfalls gefordert, defensiv zu agieren. „Wenn Bayern im hohen Pressing spielt und ein Pariser Außenverteidiger in den Angriff einbindet, ist es wichtig, dass die Außenverteidiger Alphonso Davies oder Josip Stanisic Unterstützung von den offensiven Flügelspielern Luis Díaz oder Michael Olise erhalten“, erklärt der Taktikexperte.
Ein Beispiel: Der PSG-Rechtsaußen Désiré Doué erhält im Halbraum den Ball. Kimmich und Díaz setzen ihn unter Druck, während der Bayern-Linksverteidiger, vermutlich Konrad Laimer, gegen den überlaufenden PSG-Rechtsverteidiger Achraf Hakimi absichert, während Innenverteidiger Jonathan Tah den Sechzehner-Raum der Münchner schützt.
Wie kann der FC Bayern die PSG-Abwehr überwinden? „Harry Kane wird als mitspielende Tormaschine in diesen Spielen besonders gefragt sein. Mit Díaz und Olise hat der FC Bayern zwei Spieler, die jederzeit ein Eins-gegen-eins-Dribbling für sich entscheiden und ein Tor erzielen können. Dies könnte sie zu Matchwinners machen, insbesondere gegen die offensivfreudigen Außenverteidiger von PSG. Der agile Jamal Musiala kann zudem mit seiner Kreativität im Zentrum für Überraschungsmomente sorgen und seine Mitspieler in Szene setzen“, so Friedl, der die beiden Teams auf Augenhöhe sieht.