FC Bayern und TSV 1860 München: Ein besorgniserregendes Missverständnis

FC Bayern und TSV 1860 München: Ein besorgniserregendes Missverständnis

München – In dieser Woche berichtete Gernot Mang, der neue Präsident des TSV 1860 München, von einem unangenehmen Vorfall, der auf einer Konferenz bayerischer Top-Klubs stattfand. Mang traf auf Herbert Hainer, den Präsidenten des FC Bayern, der anscheinend nicht wusste, mit wem er es zu tun hatte.

Hainer bestätigte später, dass dies der Wahrheit entspricht. Die Reaktionen auf die kurze Konversation variieren: War sie freundlich oder überheblich? Letztlich hängt die Interpretation von der Perspektive ab, denn auch viele Fußballfans kennen den Präsidenten des FC Bayern möglicherweise nicht mehr.

Es wäre jedoch respektvoll, wenn der Präsident des FC Bayern wüsste, wer beim Lokalrivalen 1860 München die Geschicke leitet. Mang hätte sich seit seiner Wahl im Sommer bei Hainer vorstellen können, um ein persönliches Kennenlernen zu fördern.

Ein solcher „Antrittsbesuch“ ist in der Politik üblich; neu gewählte Bundeskanzler reisen oft nach Frankreich oder in die USA, um bei wichtigen Entscheidungsträgern einen ersten Eindruck zu hinterlassen. Die Begegnung zwischen Mang und Hainer offenbart viel über das Verhältnis zwischen dem FC Bayern und dem TSV 1860 München.

Obwohl die Trainingsgelände der beiden Vereine in Giesing weniger als einen Kilometer auseinanderliegen, sind die sportlichen Welten grundverschieden. In den 1990er-Jahren waren die Löwen ernstzunehmende Konkurrenten der Roten in der Bundesliga, und gemeinsam waren sie am Bau der Allianz Arena beteiligt. Ab der Saison 2004/05 hieß es jedes Jahr, die 60er würden bald in die Bundesliga zurückkehren und sich auf das Derby vorbereiten.

Doch nach dem Abstieg in die 3. Liga 2017, gefolgt von einem Zwangsabstieg in die 4. Liga, ist 1860, inzwischen wieder in Liga 3, weit von sportlichem Top-Fußball entfernt. Dadurch hat der deutsche Meister von 1966 für den FC Bayern an Bedeutung als Konkurrent verloren und gerät zunehmend in Vergessenheit.

Mittlerweile stimmen selbst die Fans in der Südkurve des FC Bayern keine feindlichen Gesänge mehr gegen die Blauen an; sie werden ignoriert und als Lokalrivale nicht mehr benötigt. Abgesehen von vereinzelten Auseinandersetzungen auf den Straßen Münchens ist das Interesse der roten Fangemeinde an 1860 stark gesunken, bis zu dem Punkt, an dem die Verantwortlichen des FC Bayern ihre Pendants bei den Löwen nicht mehr kennen. Die Frage bleibt: Für wen war diese Szene tatsächlich unangenehmer?

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